Berlin : Rule Britannia!

Matthias Oloew

freut sich über neue Privilegien für Radfahrer Die Zeiten, in denen das britische Empire über den ganzen Globus herrschte, sind lange passé. Und damit auch die inoffizielle britische Nationalhymne ein wenig überholt, die da heißt: „Rule Britannia! Britannia rule the waves“, was übersetzt heißt: Herrsche Großbritannien! Herrsche über die Wellen. Und doch gewinnt das Lied von Thomas Augustine Arne, das er nach einem Gedicht von James Thompson komponierte, im Berlin dieser Tage eine ganz neue Bedeutung. Nein, nicht die ohnehin kläglichen Wellen der Spree sind es, die Britannien nun zu beherrschen gedenkt, sondern den Verkehrsstrom auf der Wilhelmstraße, vor der Haustür der Britischen Botschaft. Aus Sicherheitsgründen dürfen Autos hier nicht durch. Radler aber seit gestern schon.

Rule Britannia, das heißt in diesem Fall freie Fahrt über die einstmals streng verbotene Strecke – und den Moment auskosten, in dem Autofahrer vor den Barrikaden abbiegen müssen, anschließend im Stau stehen und voller Neid den Radlern hinterherschauen. Die fahren jetzt zwischen den Betonklötzen hindurch über die wunderbar autofreie Wilhelmstraße. Als Radler könnte man glattweg zum glühenden Royalisten werden.

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