Berlin : Rund 1000 Geschäfte wollen Erlaubnis des Senats nutzen

CD

Etwa 1000 Geschäfte wollen morgen nach Schätzung des Einzelhandelsverbands die Sonntagsverkaufs-Erlaubnis des Senats nutzen und von 12 bis 17 Uhr öffnen - doch ob das KaDeWe dabei ist, blieb gestern fraglich. Das Arbeitsgericht wies einen Antrag des Betriebsrats auf einstweilige Verfügung gegen den Verkauf ab; die Begründung lag zunächst nicht vor. Folge des Gerichtsentscheids ist, dass die Gewerkschaft HBV zum "befristeten Streik" im KaDeWe aufruft und für heute eine Urabstimmung plant.

Bisher hatte der Betriebsrat stets eine Sonntagsöffnung des Kaufhauses an der Tauentzienstraße verhindert. Vor wenigen Tagen stimmte jedoch ein Schlichter im Einigungsverfahren gemeinsam mit der Geschäftsführung. Trotzdem wollen weder Betriebsrat noch HBV den "Präzedenzfall" hinnehmen.

Kunden sollten sich darauf einstellen, dass viele Geschäfte nur bis 14 statt 16 Uhr öffnen. Denn nach einer umstrittenen Vorschrift müssen alle Läden, die den Sonntagsverkauf nutzen, am Tag zuvor früher schließen. Der Kaufhof am Alexanderplatz bietet als Trostpflaster einen Frühaufsteher-Wettbewerb: Die ersten 1000 Kunden, die heute um 9 Uhr kommen, erhalten Einkaufsgutscheine über zehn Mark.

Der Kaufhof-Konzern öffnet morgen alle fünf Filialen in Berlin. Die Karstadt-Gruppe beteiligt sich nicht mit allen Häusern. Neben dem KaDeWe werden auch die Wertheim-Filiale am Kurfürstendamm, Wertheim und Karstadt an der Steglitzer Schloßstraße, Karstadt Wedding, Karstadt-Sport am Zoo und Hertie Bundesallee in Steglitz öffnen. Peek & Cloppenburg verkauft in Steglitz, wegen Einspruchs des Betriebsrats aber nicht an der Tauentzienstraße. In der Friedrichstraße in Mitte öffnen die Galeries Lafayette, das Kulturkaufhaus Dussmann, die Quartiere 205 und 206 und viele kleinere Läden. Außerdem nutzen die großen Einkaufszentren - von den Potsdamer-Platz-Arkaden bis zum Zentrum "Helle Mitte" in Hellersdorf - die Sondererlaubnis. Diese wurde nicht wegen des heutigen DFB-Pokalendspiels erteilt, sondern wegen eines Chirurgen-Kongresses und einer Sanitärmesse.

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