Berlin : Rund um den Schloßplatz: Gerüste, Gerüste, Zäune

Christian van Lessen

Der einstige Palast der Republik - wegen Asbestsanierung teils eingerüstet und von einem Zaun geschützt. Der Lustgarten - noch unfertig, hinter einem Zaun zu neuer Blüte herangereift. Hinter Zäunen und Gerüsten ist auch die Friedrichwerdersche Kirche verborgen.

Und hinter einem Zaun und kaum noch hinter Gerüsten steckt - neben dem alten Staatratsgebäude und neuen Bundeskanzleramt - jenes neue Bauwerk, das sich nun aus dem Ei gepellt hat und mit heller Fassade und viel Glas dem Schloßplatz wieder etwas mehr Fassung gibt.

Wer sich gestern auf diesem Gelände aufhielt - und es waren sehr viele Touristen dabei - der hörte, dass sich die Leute über die vielen Zäune und Gerüste wunderten. Sie staunten aber auch über jenen hellen Neubau, der in drei Monaten das Auswärtige Amt sein wird. Von den Linden aus betrachtet, hielten ihn einige für eine Verlängerung des neuen Bundeskanzleramtes. Irgendwie passend, sagten sie. Und andere drehten noch ein wenig den Kopf, so dass sie auch schon den einstigen Palast der Republik im Sichtfeld hatten.

Komisch, sagten sie, der Klotz stört doch gar nicht. Er passt zu den baulichen Nachbarn dort, zu dem provisorischen Kanzleramt und zu dem neuen Außenministerium. Warum soll er weg? Und ist er weg, gerät dann hier nicht alles aus der Fassung? Könnte man, so fragten sie, nicht gar von einer gewissen baulichen Seelenverwandtschaft dieser drei Gebäude sprechen?

Fallen Zäune und Gerüste, gibt es eben auch neue Einsichten.

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