Berlin : Runder Tisch für gute Kitas

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Es ist richtig, die Ausgabenseite in dieser Stadt sehr genau unter die Lupe zu nehmen. Nur sollten nicht Äpfel mit Birnen verglichen werden. Als Fachmann der Kinder und Jugendhilfe ist mir schleierhaft, auf welcher Grundlage die Senatsverwaltung für Finanzen entsprechende Finanzvergleiche anstellt. Seriöse Fachleute aus der Wissenschaft warnen vor solchen Vergleichen, da sie die Realität oft nicht wiedergeben. Höchst unklar ist bei den Städtevergleichen, welche Overhead-Kosten, Grundstückskosten oder Mieten mit in diese Vergleiche einbezogen werden. Was diese Stadt braucht, ist ein runder Tisch, bei dem Fachleute unabhängig vom Senat die Kriterien für gute Kitas zusammenstellen. Die Bevölkerung muss wissen, was auf sie zukommt, wenn Kinder im Alter von 0 bis3 von unausgebildeten Tagesmüttern privat versorgt werden. Die Stadt muss wissen, was es bedeutet, wenn Kinder im Alter von 10 bis 14 Jahren der Straße überlassen werden. Die Eltern müssen erfahren, was es bedeutet, Gruppenstärken von 20 oder 25 Kindern zu haben, was für Auswirkungen dies auf das Sprachverhalten, auf Gewaltbereitschaft, auf Lernfähigkeit von Kindern mit sich bringt. Vielleicht ließen sich mehr Kosten einsparen, wenn man den Mitarbeiterinnen mehr Verantwortung übertragen und die Verwaltungskosten gering halten würde. Dies haben zum Beispiel die Hamburger erfahren. Der Personalschlüssel ist besser, die Erzieher bekommen dort mehr Gehalt! Die Verwaltungskosten sind gering, man hat einen Eigenbetrieb konstruiert.

Norbert Hocke,

stellvertretender GEW-Bundesvorsitzender

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