Rundfunk Berlin-Brandenburg : Ehrung für Dagmar Reim

Die Gründungsintendantin des RBB erhielt von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller das Bundesverdienstkreuz überreicht.

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller überreichte im Roten Rathaus der Gründungsintendantin des RBB, Dagmar Reim, das Bundesverdienstkreuz.
Der Regierende Bürgermeister Michael Müller überreichte im Roten Rathaus der Gründungsintendantin des RBB, Dagmar Reim, das...Foto: Wolfgang Kumm/dpa

Die erste Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB), Dagmar Reim, hat am Dienstag das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen. Die Auszeichnung wurde der Journalistin am Dienstag im Roten Rathaus im Auftrag des Bundespräsidenten von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) übergeben.
Die 1951 in Heidelberg geborene Reim hatte 2003 die Leitung des aus Sender Freies Berlin (SFB) und Ostdeutschem Rundfunk Brandenburg (ORB) hervorgegangenen RBB übernommen. Ende Juni 2016 gab sie das Amt aus persönlichen Gründen auf. Sie war die erste Frau an der Spitze einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt in Deutschland.
Dagmar Reim habe für das Zusammenwachsen Berlins und Brandenburgs viel geleistet, hatte Berlins Regierender Bürgermeister vorab erklärt. Mit Beharrlichkeit, Engagement und mit ihrem Humor habe sie den nicht immer einfachen Prozess der Integration von SFB und ORB geleitet. Den RBB habe sie zu einer Institution geformt, mit der sich die Berliner ebenso identifizieren wie die Menschen in Brandenburg, sagte Müller. Nachfolgerin von Reim an der RBB-Spitze ist seit Juli 2016 die Journalistin Patricia Schlesinger.
Schlesinger hatte kürzlich angekündigt, das schwächelnde TV-Programm des Senders reformieren zu wollen. Dies will sie unter anderem mit einer Konzentration auf Informationssendungen um 20.15 Uhr erreichen. Zudem setze sie auf eine Stärkung des investigativen Journalismus und des Films, hatte Schlesinger kürzlich gesagt. Die geplante Reform hat ein Volumen von 6,7 Millionen Euro, davon werden 5 Millionen Euro intern umgeschichtet. „Das heißt im Klartext, wir müssen bestimmte Sendungen sterben lassen, um Neues zu ermöglichen.“ Da habe sie auch Widerstände erlebt. „Menschen, die eine Sendung einstellen sollen, sind erst mal nicht fröhlich. Das nehme ich auch ernst“.
Schlesinger hatte betont, dass 1,7 Millionen Euro mehr ins Programm flössen. „Das ist ein Reformprozess, der kein Sparprogramm ist.“

Der RBB liegt dieses Jahr im Vergleich der Marktanteile mit den anderen Dritten auf dem letzten Platz. Im eigenen Sendebereich hatte der RBB dieses Jahr nach Messungen der GfK-Fernsehforschung bislang 5,4 Prozent Marktanteil (bis 28. September); im gesamten Vorjahr waren es 6,3 Prozent. epd/dpa

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