Rundfunkgelände-Skandal : Staatsanwaltschaft kannte Käufer

Betrug, Untreue, Insolvenzverschleppung: Die Geschäftspraktiken der umstrittenen Hauptakteure beim Verkauf des ehemaligen DDR-Rundfunk- geländes waren offenbar seit Jahren bekannt.

Berlin - Dabei handelt es sich um die Geschäftsleute, die das Areal im November 2005 von der öffentlichen Hand unter umstrittenen Bedingungen erworben hatten. Wie die Wochenzeitung "Die Zeit" berichtet, arbeiteten dieselben Personen vorher bei der Ultima Unternehmensberatung GmbH, die in mehreren Orten der Bundesrepublik durch eine Reihe von Strafanzeigen auffällig geworden war.

Das Kerngeschäft des Berliner Unternehmens Ultima war laut "Zeit" die so genannte Unternehmensbestattung. Demnach führt die Berliner Staatsanwaltschaft seit 2004 eine Ermittlung gegen einige Mitarbeiter der Ultima wegen Betrugs, Untreue, Unterschlagung und Insolvenzverschleppung. Zu ihnen zählt dem Bericht zufolge Daniel Fink, der angeblich führende Kopf der Gruppe. Fink, Sohn des ehemaligen PDS-Bundestagsabgeordneten und Rektors der Humboldt-Universität, Heinrich Fink, wurde schon Ende 2005 zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt.

Die Richter befanden ihn der Steuerhinterziehung in neun Fällen, des Betrugs und der Abgabe falscher eidesstattlicher Versicherungen für schuldig. Gegen den ehemaligen Geschäftsführer und Gesellschafter von Ultima, Andreas Walther, und den früheren Ultima-Mitarbeiter Frank Thiele wird derzeit im Zusammenhang mit dem Grundstückserwerb in der Nalepastraße wegen des Verdachts des Betruges zum Nachteil der neuen Bundesländer und Berlin sowie wegen Untreue ermittelt. (tso/ddp)

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