• "Rundum-Grün" für Fußgänger: Ärger an der Experimente-Kreuzung: Lange Staus in der Kochstraße

Berlin : "Rundum-Grün" für Fußgänger: Ärger an der Experimente-Kreuzung: Lange Staus in der Kochstraße

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Die gute Nachricht von der Experimente-Kreuzung Friedrichstraße-Kochstraße lautete: Fußgänger haben an allen vier Ecken gleichzeitig Grün, damit sie nicht von Rechtsabbiegern angefahren werden können - zumindest in den kommenden sechs Wochen. Denn so lange dauert das Experiment, für das sich der Fußgängerschutzverein "Fuss" stark gemacht hatte. Die schlechte Nachricht, die unmittelbar mit der guten zusammenhängt, wurde dann am Mittwoch deutlich: Autos und Busse, die jetzt an allen vier Ecken gleichzeitig vor roten Ampeln halten müssen, stauten sich in langen Kolonnen, wo sie sonst zügig durchfahren können.

Vier Minuten brauchte am Mittwochmittag der 129er Bus, um von der Haltestelle Wilhelmstraße bis zur nächten Haltestelle an der Kochstraße zu gelangen. "So einen Stau hatten wir hier um diese Zeit noch nie", sagte ein Polizist, der mit seinem Kollegen extra gekommen war, um an der Kreuzung Kochstraße-Friedrichstraße nach dem Rechten zu sehen.

Ob sich mit dem "Rundum-Grün" Unfälle hier tatsächlich verringern lassen, muss sich noch zeigen. Denn auch gestern gab es wieder viele Passanten, die bei Rot über die Staße gingen. Vielen reichten die 15 Sekunden, die die Grünphase dauert, offenbar nicht aus, um mehr als einen Übergang zu überqueren. So ist die Versuchung, bei Rot zu gehen, sogar höher: Als Fußgänger sieht man beim Überqueren der einen Fahrbahn immer schon das grüne Licht auf der nächsten Fahrbahn, aber wenn man dort ankommt, ist schon wieder Rot.

Aber auch die Grünphase für die Autofahrer - unter 20 Sekunden - scheint zu knapp bemessen. Der Verkehr staute sich besonders stark auf der Kochstraße Richtung Osten. Für die beiden Polizisten ist das nicht verwunderlich: "Da ist der Stau programmiert".

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