Berlin : Runter vom Sofa, rein in die Charts

Heute findet wieder der Musik-Wettbewerb „Bandbreite“ statt. Hier begann schon manche Karriere

Dana Ifflaender

Genau vier Jahre ist es her, da gewann eine junge Band mit einem eigentümlichen Namen den Nachwuchswettbewerb „Bandbreite“ in Berlin. Die Rede ist von der Gruppe Sofaplanet, die mit ihrem Titel „Liebficken“ bereits zwei Jahre später die deutschen Charts stürmten. Zu der dreiköpfigen Band, die seit 1998 unter dem Namen Sofaplanet deutschsprachige Texte singt, gehören der Sänger und Gitarrist Sven Rathke, Martin Gottschild, „Gotti“ genannt und der Schlagzeuger Jan Kertscher. Den damaligen Siegerpreis des „Bandbreite“-Wettbewerbs, einen Studioaufenthalt inklusive Produzenten, brauchten die drei allerdings nicht mehr einzulösen, denn in der Zwischenzeit lernten sie ihren eigenen Produzenten Franz Plasa kennen und machten mit ihm erste Demo-Aufnahmen in Hamburg.

„Ein Jahr zuvor waren wir in Berlin nicht mal bis ins Finale gekommen“, erinnert sich „Sofaplanet“-Sänger Sven Rathke. Sie probierten es wieder und es klappte. Und es ging auch sonst aufwärts: Es folgte ein Plattenvertrag und im Mai 2001 erschien das Debütalbum „Sternzahl Unendlich“. Nach zahlreichen Konzerten bastelt die Band derzeit im Studio an ihrem zweiten Album, das voraussichtlich im Sommer fertig sein wird.

Auch wenn der Wettbewerb „Bandbreite“ nicht unmittelbar den Startschuss für die Karriere von „Sofaplanet“ gab, ist Sven sicher, dass „lokale Musikwettbewerbe eine gute Gelegenheit für junge Bands sind, sich einem breiten Publikum zu stellen und mit der Musikbranche in Kontakt zu kommen. So traf zum Beispiel auch die Berliner Band „Elvira“ beim „Bandbreite“-Festival 1999 ihren jetzigen Produzenten, der damals in der Jury saß.

Genau diese Kontakte möchte das vor sieben Jahren von Jugendlichen ins Leben gerufene Festival fördern. Veranstaltungsort des Wettbewerbs ist die „Wabe“ in Prenzlauer Berg. Gemeinsam mit dem Kulturamt Pankow möchten die Veranstalter jungen Musikern aus Berlin und Brandenburg eine nicht-kommerzielle Plattform anbieten. Sowohl die Organisatoren als auch die Moderatoren und Jurymitglieder bei „Bandbreite“ arbeiten ehrenamtlich.

Nachdem im vergangenen Jahr unter anderem „Knorkator“-Frontmann Stumpen die Endausscheidung moderierte, wird es auch in diesem Jahr wieder bekannte Gesichter geben. Die aus Berlin stammende MTV-Moderatorin Nora Tschirner und Stephan Michme von Radio Fritz führen an den zwei Abenden durchs Programm. Auch die siebenköpfige Jury setzt sich aus Kennern der Musikbranche, wie dem Musikjournalisten Alexander Denk, dem Musikmanager Holger Schade sowie Emilia Thalheim vom DJane-Team „James Blond“, zusammen.

Ähnlichen Erfolg wie „Sofaplanet“ erhoffen sich die vierzehn Berliner Nachwuchsbands, die im diesjährigen „Bandbreite“- Finale am Freitag und Samstag stehen. Aus den einhundert eingereichten Demoaufnahmen wurde eine bunte Mischung verschiedenster Musikstile von Alternative Rock über Ska, Independent Pop bis hin zu Deutschrock ausgewählt.

Dem „Bandbreite“-Gewinner, der am Sonnabend nach dem Konzert bekannt gegeben wird, winkt als Preis eine Studioproduktion bei Vielklang. Das renommierte Berliner Label arbeitete bereits mit renommierten Bands wie den „Ärzten“ oder den „Goldenen Zitronen“. Und somit bekommt vielleicht eine der vierzehn Bands die große Chance, in Kürze ebenfalls auf dem „Sofaplaneten“ zu landen.

Das Festival „Bandbreite“ findet am heutigen Freitag und am Sonnabend in der Wabe in der Danziger Straße 101 in Prenzlauer Berg statt. Beginn: 19 Uhr, Eintritt: 2,50 Euro

» Mehr lesen? Jetzt gratis Tagesspiegel testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben