Russisches Weltkriegsgedenken : Kosaken wollen nach Berlin reiten

Nach den Rockern von den Nachtwölfen wollen nun russische Kosaken zum Weltkriegsgedenken nach Berlin reiten. Politisch sei das nicht gemeint, es sei eine "Reise der Freundschaft". Unklar ist, wie die Reaktionen in Polen ausfallen.

Ein ukrainischer Kosake bei einer Reitshow zum Nationalfeiertag 2010.
Ein ukrainischer Kosake bei einer Reitshow zum Nationalfeiertag 2010.Foto: Sergey Dolzhenko/ picture alliance

Auf die Rocker folgen die Reiter: Nach dem Motorradklub "Die Nachtwölfe" will nun auch eine Gruppe russischer Kosaken zum Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkriegs nach Berlin reisen. Die etwa 20 Teilnehmer machten sich am Sonntag mit ihren Pferden auf den Weg, um am 22. Juli in der deutschen Hauptstadt einzutreffen, wie Organisator Pawel Moschtschalkow in Moskau der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Die Kosaken wollen demnach durch Weißrussland und Polen reiten, auf der gleichen Route, die auch die sowjetische Kavallerie im Zweiten Weltkrieg nahm. Die Reise sei "absolut unpolitisch", betonte Moschtschalkow.

Im russischen Fernsehen war zu sehen, wie die Gruppe zum Auftakt ihrer Reise mit Militäruniformen, Schwertern und einer russischen Flagge durch Moskau ritt. "Es ist eine Reise der Freundschaft. Die Deutschen haben positiv auf unsere Touren reagiert", sagte Organisator Moschtschalkow mit Blick auf einen Trip nach Frankreich im Jahr 2012. Unklar sei jedoch, wie die Reaktion in Polen ausfalle.

Ende April hatte die Fahrt der Kreml-nahen "Nachtwölfe", die zum Gedenken an den Sieg über Hitler-Deutschland vor 70 Jahren von Moskau nach Berlin reisen wollten, für heftige Proteste in Osteuropa gesorgt. Polen und mehrere andere Länder verweigerten den Bikern die Einreise.

Nach Angaben der Moskauer Regionalregierung werden die Kosaken auf ihrem Weg auch kulturelle Veranstaltungen wie Konzerten und Pferdeschauen organisieren. Später sollen sich demnach auch deutsche und polnische Reiter der Gruppe anschließen. (AFP)

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