Berlin : Rutschgefahr

Andreas Conrad

hat ein Herz für Stress geplagte Kiezstreifen Prioritäten setzen – das ist das Wichtigste im Berufsleben, das A und O des Erfolgs. Daher ist es nur zu verständlich, wenn sich die Kiezstreifen unter den vielen Möglichkeiten zu ahndender Fehltritte einige aussuchen, denen ihre bevorzugte Aufmerksamkeit gilt. Freilich ist ihre selektive Wahrnehmung nicht unproblematisch. Man stelle sich nur eine empörte Kiezstreife vor, die einem gemütlich durch den Park radelnden Sünder hinterhereilt, den Strafzettelblock drohend gezückt – bis sie durch einen frischen Hundehaufen zu Fall kommt, bar jeder Chance, den Radfahrer je zu erreichen. Tja, könnte man monieren, hätte sie doch lieber den Hundebesitzer an die Kandarre genommen! Aber dann wäre der Radfahrer auch weg gewesen. Eine aussichtslose Situation, aus der unsere arme Kiezstreife nur wieder herausfindet, sofern man sie mit neuen Kompetenzen ausstattet: Wenn sie beispielsweise den illegalen Prospektverteiler dazu verdonnern könnte, mit seinen Zetteln pflichtvergessenen Hundebesitzern hinterherzujagen...

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