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S-Bahn Berlin : Sperrung des S-Bahnrings hat begonnen

Auf dem Nordring der S-Bahn fahren seit Freitag für mehrere Wochen keine Züge. Die Gleise und die Signaltechnik werden erneuert.

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Bauarbeiten für die künftige Strecke S 21 vom Nordring zum Hauptbahnhof führen zu Unterbrechungen des S-Bahn-Verkehrs. Foto: Jörg Carstensen/dpa
Bauarbeiten für die künftige Strecke S 21 vom Nordring zum Hauptbahnhof führen zu Unterbrechungen des S-Bahn-Verkehrs.Foto: Jörg Carstensen/dpa

Wer mit der S-Bahn über den Nordring fährt, muss sich mehr als vier Wochen lang andere Wege suchen. Seit Freitag bis voraussichtlich 30. Oktober unterbricht die Bahn den Verkehr auf dieser nachfragestarken Strecke mit täglich mehr als 100.000 Fahrgästen. Zunächst fahren keine Züge zwischen Gesundbrunnen und Beusselstraße mit den Zwischenstationen Wedding und Westhafen. Am Wochenende 8. und 9. Oktober sowie ab dem 21. Oktober erweitert sich der gesperrte Abschnitt sogar bis Westend. Dann halten auch an den Bahnhöfen Beusselstraße und Jungfernheide keine S-Bahnen mehr. Als Ersatz setzt die Bahn jeweils Busse ein.

Die Bahn baut am Nordring die Verbindungskurven für die neue Strecke S 21 ein, die zunächst bis zum Hauptbahnhof führen soll. Wann hier Züge fahren können, ist weiter ungewiss. Beim Bauen hat es, wie berichtet, erhebliche Probleme gegeben. In einem Tunnelabschnitt unter der Bundesstraße B 96 ist Wasser eingedrungen. Ob zum Abdichten des Lecks ein Unter-Wasser-Roboter eingesetzt wird oder doch Taucher sich ans Werk machen müssen, sei noch nicht entschieden, sagte ein Bahnsprecher.

Mangelhafte Bauweise am Hauptbahnhof

Unklar ist auch weiter, wie die Arbeiten im Bereich des Hauptbahnhofs fortgesetzt werden sollen. Vorleistungen bei dessen Bau sind so mangelhaft ausgeführt worden. dass jetzt eine andere Bauweise als geplant gewählt werden muss. Weil der S-Bahnhof deshalb erst später gebaut werden kann, entsteht im Bereich der Invalidenstraße im Tunnel ein Interimsbahnsteig. Auch für dessen Eröffnung gibt es noch keinen Termin. Probleme gibt es zudem mit einer ebenfalls beim Bau des Hauptbahnhofs miterrichteten unterirdischen so genannten Schlitzwand, bei der unklar ist, ob sie dicht geblieben ist.

Der Zeitplan für den Bau der S 21 genannten Strecke ist damit längst hinfällig geworden. Begonnen hatten die Arbeiten an dem rund vier Kilometer langen Abschnitt zwischen Nordring und Hauptbahnhof 2011. Sechs Jahre später sollten die Bahnen fahren. Die Baukosten waren mit 227 Millionen Euro veranschlagt. Aber immerhin: Auf den anderen Abschnitten werde auch derzeit gebaut, sagte der Sprecher.

Gleiserneuerungen auf dem Ring

Während der Sperrung auf dem Ring erneuert die Bahn zudem Gleise. Außerdem baut sie das neue Zugsicherungssystem ZBS der S-Bahn ein, das auch die Geschwindigkeit der Züge überwacht.

Außerplanmäßig mussten Fahrgäste am gestrigen Mittwoch Zugausfälle und Verspätungen erdulden. Zum wiederholten Mal hatten Kabeldiebe im Bereich Baumschulenweg am frühen Morgen den Verkehr durcheinandergebracht. Dann folgten – bis Redaktionsschluss – auch noch Signalstörungen zwischen den Bahnhöfen Schöneweide und Baumschulenweg sowie in Tegel. Zuständig für die Wartung der Signale ist der Bereich Netz der Bahn AG.

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