Berlin : S-Bahn: Das Warten auf weitere Bahnhofszugänge nimmt kein Ende

Klaus Kurpjuweit

Es hat schon Tradition. Alle paar Jahre klappert der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Michael Cramer, die S-Bahn-Stationen mit verschlossenen Zugängen ab, und ebenso traditionell ändert sich an diesem Zustand seit Jahren nichts. An zahlreichen Stationen fehlten weiter Zugänge, die leicht zu bauen wären, bemängelte Cramer gestern. Der Bahn AG warf er "organisierte Unfähigkeit" zum Nachteil der Fahrgäste vor.

Dabei stehe ein neuer Schildbürgerstreich sogar erst noch bevor. Am Potsdamer Platz werden zwar neue Zugänge zum alten S-Bahnhof gebaut, doch der Eingang, der den Weg zwischen der Station der U-Bahn-Linie U 2 und dem Bahnhof am meisten verkürzen würden, soll erst in einigen Jahren geöffnet werden. Dieser Zugang befindet sich auf der südlichen Seite der Leipziger Straße, fast vor der Infobox. Er soll erst geöffnet werden, wenn das nach Plänen von Oswald Mathias Ungers vorgesehene Torhaus darüber fertig ist. Derzeit ist als Termin das Jahr 2003 vorgesehen. Man wolle den Fahrgäste in der Bauphase nicht zumuten, über eine Baustelle zu laufen, begründet die Bahn das weitere Versperren des Zugangs der kurzen Wege. Wenn das südliche Torhaus fertig ist, wird der nördliche Zugang geschlossen, um auch dort ein Häuschen darüber bauen zu können.

Weiter warten müssen Fahrgäste auch auf einen Ausgang am S-Bahnhof Anhalter Bahnhof östlich der Stresemannstraße, der den Weg zum Europahaus, zum Gropiusbau und zum Abgeordnetenhaus verkürzen würde. Die Treppenanlagen sind vorhanden, aber zubetoniert. Die Öffnung ist seit langem versprochen; getan hat sich aber nichts.

Ähnlich sieht es am Bahnhof Witzleben aus. Dort hatte noch die Senatsbauverwaltung beim Wiederaufbau des Südringes, der 1993 eröffnet wurde, auf der Südseite der Neuen Kantstraße einen weiteren Ausgang vorgesehen, aber nicht gebaut. Er würde den Zugang zum ICC ermöglichen, ohne eine Straße überqueren zu müssen. Angekündigt worden war der Bau dann von der Bahn für das Jahr 1998. Dabei ist es geblieben.

Auf den versprochenen kurzen Weg zur Waldbühne müssen Fahrgäste der S-Bahn auch im Bahnhof Pichelsberg warten. Zugesagte weitere Eingänge fehlen zudem auf den Bahnhöfen Hohenzollerndamm und Westend. Am S-Bahnhof Grunewald wollen Bahn und Senat den südlichen Ausgang nicht öffnen, der direkt auf die Douglasstraße und die Tennisanlagen von Rot-Weiß führen würde. Im bereits vor 1961 geschlossenen Fußgängertunnel befindet sich heute das Lager einer Autofirma. Nur aufwendig zu erstellen wäre dagegen der südliche Zugang am Bahnhof Waidmannslust, der zwar im Bauprogramm der Bahn steht, aber ebenfalls nicht vorankommt.

Immerhin sollen "demnächst" im Bahnhof Friedrichstraße zwei Rolltreppen vom unteren Bahnsteig ins Zwischengeschoss eingebaut werden, kündigte Bahnsprecher Achim Stauß gestern an. Sie sind seit dem 1998 abgeschlossenen Umbau des Bahnhofs verrammelt, weil die alten Anlagen nicht saniert werden konnten.

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