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S-Bahn Debakel : Nicht genug: Kritiker bemängeln geplante Entschädigung

Die Berliner S-Bahn hat das angekündigte Entschädigungspaket für ihr Kunden enger geschnürt als viele gehofft hatten. Politiker zeigten sich am Freitag enttäuscht über die Ergebnisse der Beratungen.

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Die Absicht der S-Bahn, ihre Stamm-Fahrgäste nur mit einem einzigen Gratismonat für das aktuelle Verkehrschaos zu entschädigen, ist auf einhellige Kritik bei allen Parteien gestoßen. Das Angebot „reicht nicht aus“, teilte der Regierende Bürgermeister mit, Verkehrssenatorin Junge-Reyer nannte das Ergebnis „enttäuschend“, CDU-Fraktionschef Henkel sprach von einem „schlechten Scherz“, „jämmerlich“ hieß es bei den Grünen. Der Geschäftsführer des Verkehrsverbundes, Franz, äußerte sich gleichermaßen kritisch: „Dies ist kein Entschuldigungspaket, höchstens ein Päckchen."

Wie der Tagesspiegel bereits berichtete, will die S-Bahn die Inhaber von Monats- und Jahreskarten mit einem Gratismonat im Gesamtwert von 38,5 Millionen Euro entschädigen. S-Bahn-Chef Peter Buchner erläuterte dazu vor der Presse, die verschiedenen Kundengruppen würden aus organisatorischen Gründen zwischen März und November entschädigt. Dies bedeutet, dass alle Inhaber von Jahreskarten, Abonnements und Firmentickets im November gratis fahren dürfen. Jahreskartenbesitzer, die schon bezahlt haben, können sich ihren Anteil für November am Schalter auszahlen lassen, neue Jahreskarten gibt es schon ab März zum reduzierten Preis.

Buchner sagte dazu, er wisse, dass dieses Paket nicht alle Erwartungen erfüllt habe und verstehe, dass viele Kunden enttäuscht seien. Aber er dürfe auch die finanzielle Situation der S-Bahn nicht aus den Augen verlieren. Zu Mutmaßungen, er habe Spielraum für den Fall weiterer Verkehrseinschränkungen behalten wollen, sagte er: „Wir tun alles, damit das nicht eintritt, und schielen nicht auf die nächste Krise.“ Immerhin habe man damit insgesamt schon mehr als 140 Millionen Euro an die Kunden zurückgegeben, etwa einen halben Jahresumsatz.

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