Berlin : S-Bahn: Doppeltes Lottchen

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Statt neue Strecken für die S-Bahn mit einem großen finanziellen Aufwand zu bauen, sollen zunächst Diesel- und später so genannte Duo-Fahrzeuge den S-Bahn-Dienst übernehmen. Im Verkehrsausschuss des Parlaments sind sich die Parteien darin weitgehend einig; am Mittwoch wollen sie einen weiteren Anlauf unternehmen. Zu einer Anhörung sind Vertreter der Industrie, der S-Bahn und der Bahn AG geladen.

Die Bahn stand diesen Wünschen stets aufgeschlossen gegenüber, erklärte aber auch, dass der Senat einen Einsatz dieser Fahrzeuge bestellen - und damit auch bezahlen - müsse. Auch hier gibt es inzwischen Bewegung. Nach Ansicht von Verkehrssenator Peter Strieder (SPD) können die Verkehrsprobleme der Stadt nicht mehr nur durch teure Investitionen in neue Strecken gelöst werden, weil das Geld zunehmend in die Erhaltung der vorhandenen Anlagen gesteckt werden müsse. Erforderlich sei deshalb ein optimales Vernetzen der vorhandenen Systeme. Dazu könne auch eine Duo-S-Bahn gehören. Sie würde auf nicht elektrifizierten Strecken mit Dieselantrieb fahren und im vorhandenen Netz auf Gleichstrom umschalten. Denkbar sind auch Fahrzeuge, die Wechselstrom aus der Oberleitung und Gleichstrom aus der seitlichen Stromschiene beziehen können.

Der CDU-Verkehrsexperte Alexander Kaczmarek hat den Einsatz solcher Fahrzeuge nach Zossen, zum geplanten Flughafen in Schönefeld sowie nach deren Aufbau auf der Stammbahn zwischen Griebnitzsee und Zehlendorf vorgeschlagen. Christian Gaebler von der SPD denkt wie Michael Cramer (Grüne) an den östlichen Außenring. Beginnen sollte nach Cramers Ansicht der Duo-Betrieb auf der Strecke Falkensee-Stadtbahn-Wartenberg-Karow. Bis zur Entwicklung neuer Fahrzeuge könnte man, so Cramer, auf den oberirdischen Strecken auch Dieselfahrzeuge mit Rußfilter fahren lassen.

Während die S-Bahn in Berlin einen Versuch mit einem Duo-Fahrzeug nach kurzer Zeit aufgab, fahren solche Typen seit Jahren erfolgreich als Straßenbahn und Eisenbahn im Karlsruher und im Saarbrücker Raum.

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