Berlin : S-Bahn: Grüne Ideen für Bahnhof Charlottenburg

CD

Das Konzept zur Verlagerung des S-Bahnhofs Charlottenburg in den Jahren 2003 bis 2006 gerät weiter in die Kritik. Nach der Bürgerinitiative Stuttgarter Platz verlangte nun auch der Verkehrsexperte der Grünen im Abgeordnetenhaus, Michael Cramer, deutliche Änderungen. Die Verkürzung des Umsteigewegs zwischen der S-Bahn und dem U-Bahnhof Wilmersdorfer Straße von 270 auf 78 Meter bedeute zwar eine "große Attraktivitätssteigerung", sagte Cramer gestern, es drohten aber auch viele Nachteile.

Merkwürdig findet es der Abgeordnete, dass nur die S-Bahnsteige verlagert werden sollen, während beim Regionalverkehr "alles beim Alten" bleibe. Damit müssten beim Umsteigen aus und in die Regionalbahn künftig sogar längere Wege zurückgelegt werden. Sinnvoll sei eine Verlängerung der Regionalbahnsteige in Richtung Wilmersdorfer Straße - eine Forderung, die auch die Bürgerinitiative erhebt.

Längere Wege müssten auch Anwohner zwischen Gervinusstraße und Kurfürstendamm in Kauf nehmen, bemängelte Cramer. Die Lösung sieht er darin, einen geplanten Tunnel zwischen den S-Bahnsteigen mit einem Eingang an der Gervinusstraße zu versehen. Dasselbe könnte mit einem bestehenden Tunnel der Regionalbahnsteige geschehen; dort fehle nur "die Unterquerung eines einzigen Gleises".

Darüber hinaus fordert Cramer eine bessere Erschließung des nahen S-Bahnhofs Westkreuz. Denn für Anwohner rund um die Rönnestraße werde der S-Bahnhof Charlottenburg nach der geplanten Schließung des westlichen Zugangs schwerer erreichbar sein. Die Station Westkreuz biete eine gute Alternative, wenn der existierende Weg zwischen Kleingärten und der Bahntrasse als öffentlich ausgewiesen und später eventuell verbreitert werde. Es müssten nur noch Treppen von der Brücke am Westkreuz zu den Bahnsteigen gebaut werden.

Nicht zuletzt lehnt Cramer den geplanten Ausbau der Bahnbrücke über der Wilmersdorfer Straße ab und sieht eine andere Lösung: Wenn Roll- und Steintreppen zu den Bahnsteigen hinter- statt nebeneinander gebaut würden, spare das 7,20 Meter Breite.

Der Abgeordnete hatte sich vor wenigen Tagen mit Vertretern der Bürgerinitiative getroffen. Anlass war das Ende der Auslegungsfrist für die Bahn-Pläne. Diese sind, wie berichtet, nicht der Hauptstreitpunkt am "Stutti": Verhindern wollen die Anwohner vor allem das Trigon-Bauprojekt mit Hotelhochhaus und Ladenpassage.

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