Berlin : S-Bahn kündigte drei Mitarbeitern

Falscher Zugführer erhielt Schlüssel von Fahrkartenverkäufer

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Ihre Gutgläubigkeit soll drei SBahn-Mitarbeiter den Job kosten, eine Fahrerin musste den Arbeitsplatz wechseln: Die zwei Männer und zwei Frauen hatten den 19-jährigen Hochstapler und „S-Bahn-Piraten“ Steffen B. für einen Arbeitskollegen gehalten. Wie berichtet, hatte ihm am 1. November eine 32-jährige Fahrerin das Steuer eines Zugs nach Königs Wusterhausen überlassen. Zwar nahm die S-Bahn die fristlose Kündigung gegen die Frau zurück. Allerdings wird sie nicht auf ihren alten Arbeitsplatz als Triebwagenführerin bei der S-Bahn zurückkehren, stattdessen erhielt sie einen neuen Arbeitsvertrag bei der Deutschen Bahn.

Die Kündigung erhielt auch ein zweiter Zugführer, der B. ebenfalls ans Steuer einer S-Bahn gelassen haben soll. Die Zugabfertigerin, bei der B. ein Zimmer bewohnte, wurde ebenso fristlos entlassen. Ihr wird vorgeworfen, sie habe gestattet, dass B. Züge auf den Bahnhöfen abfertigte. Auch ein Fahrkartenverkäufer verlor seinen Job. Er war früher Triebwagenführer und soll seinen Fahrschlüssel – mit dem ein Zug in Bewegung gesetzt werden kann – mit B. getauscht haben. Dieser gab ihm dafür einen Schlüssel, mit dem das Reinigungspersonal die Zugtüren öffnet. Der Betriebsrat hat den Kündigungen widersprochen. Alle Betroffenen hätten in gutem Glauben gehandelt, einen Kollegen vor sich zu haben. Sie seien aber auf einen Hochstapler reingefallen, sagte Betriebsrats- Chef Andreas Tannhäuser.

Steffen B. hatte bei seiner Festnahme mit einer Schreckschusswaffe auf Polizisten gefeuert und war von den zurückschießenden Beamten lebensgefährlich verletzt worden. Vergangene Woche konnte er zum ersten Mal von der Polizei im Krankenhaus vernommen werden. Einzelheiten dazu teilte Justizsprecher Björn Retzlaff aber nicht mit.weso

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