• S-Bahn liegen geblieben: Als Fahrgast auf dem Ring muss man warten - auch auf Durchsagen

S-Bahn liegen geblieben : Als Fahrgast auf dem Ring muss man warten - auch auf Durchsagen

Eigentlich wollte ich nur eine Station mit der Ringbahn fahren. Doch dann ging gar nichts, das Licht fiel aus - und die gesamte Kommunikation der S-Bahn. Mittlerweile fließt der Verkehr aber wieder. Ein Erlebnisbericht.

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Platte Schnauze: So sieht Berlins neue S-Bahn aus. Vorgestellt wurde die Designstudie im Dezember 2015. Simulation: S-BahnWeitere Bilder anzeigen
Simulation: S-Bahn
22.12.2015 15:35Platte Schnauze: So sieht Berlins neue S-Bahn aus. Vorgestellt wurde die Designstudie im Dezember 2015.

Es war halb acht, als die S-Bahn in den Bahnhof Schönhauser Allee einfuhr. Ich rannte noch den Bahnsteig entlang, um die Ringbahn zu bekommen, die mich zum Gesundbrunnen bringen sollte, nur eine Station. Von dort wollte ich in die Innenstadt zur Tagesspiegel-Redaktion gelangen. Ich war früh dran - dachte ich.

Dann schlossen sich die Türen, doch der Zug fuhr gar nicht ab - fünf Minuten lang nicht, zehn Minuten, eine Viertelstunde. Durchsagen gab es keine. Nur nicht mehr ankommende Züge wurden per automatischer Lautsprecheransage als verspätet gemeldet. Weshalb? "Verzögerungen im Betriebsablauf". Nach 20 Minuten ging das Licht im Zug aus; das einzige, was auf der Ringbahn noch die Runde machte, waren alte S-Bahn-Witze im Abteil.

Die ersten Pendler stiegen wieder aus, liefen zum U-Bahnhof, um auf anderen Wegen in die Stadt zu kommen. Auf dem Ring fuhr auch in auf der Gegenrichtung nichts mehr. Nach 25 Minuten die erste Durchsage: Alle sollten in die Bahn gegenüber einsteigen, die werde zurück nach Gesundbrunnen fahren. Nun mussten also die Ringbahn-Fahrgäste in Richtung Ostkreuz leiden. Doch jeder Fahrgast ist sich selbst der nächste, oder?

Ich las ein wenig Zeitung, fand darin keine S-Bahn-Meldung, doch die Türen meines Zuges schlossen sich nicht. Dann, nach insgesamt einer halben Stunde, die Durchsage in der Ersatzbahn: Der Zug fahre nun doch nicht nach Gesundbrunnen, und auf dem anderen Gleis sei im Übrigen ein Zug liegen geblieben. Fünf Minuten vergingen, zehn. Dann gab ich auf. Und ging auch zur U-Bahn.

Es war schon nach acht. Auf dem überfüllten Bahnsteig bildeten sich Trauben, die größte vor dem Aufsichtshäuschen. Dort verteilte eine Schaffnerin Fahrschein-Gutscheine zum Trost. Doch was sollte ich damit? Ich war spät dran.

Ab den frühen Mittagsstunden läuft der S-Bahn-Verkehr wieder normal. Grund für die Einschränkungen war ein technischer Defekt an einem Zug.

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