S-Bahn-Personal : Fahrer kommen, Aufsichten gehen

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MIT ZUKUNFT

Um ihren Nachwuchs zu sichern, lockt die S-Bahn künftige Fahrer: Azubis erhalten laut Personalchef Christoph Wachendorf nach erfolgreichem Abschluss unbefristete Verträge. Frauen sind sehr willkommen; zurzeit liegt die Quote um zehn Prozent. Vom kommenden Jahr an können sich Industrieelektriker zum „Triebfahrzeugführer“ weiterbilden. Fahrer verdienen netto um die 2000 Euro.

OHNE ZUKUNFT

Die noch auf 68 von 166 S-Bahnhöfen vorhandenen Zugabfertiger sollen bis 2013 verschwinden. Ab 2012 sollen die Fahrer das Geschehen an den Türen per Monitor im Führerstand beobachten und ihren Zug selbst abfertigen. Das seit Jahren geplante System soll zunächst an sechs Bahnhöfen auf dem Ring getestet und später ausgebaut werden. Übrig bleiben laut S-Bahn 120 mobile und 120 „Stammaufsichten“ auf 20 Bahnhöfen. Letztere kümmern sich um Anzeigen und Ansagen an mehreren Stationen und sind dadurch für die Fahrgäste meist nicht direkt ansprechbar.

FÜR UND WIDER

Für die Grünen ist der Plan eine „sicherheitspolitische Geisterfahrt“, für die CDU ein „völlig falsches Signal“ an die Kunden. Ein Bahnsprecher hält dagegen, dass manche Aufsichten – etwa entlang der Stadtbahn – schon jetzt für die Kunden nicht ansprechbar seien und künftig gerade für die wichtigen Bahnhöfe sogar mehr Personal verfügbar sei. Den Fahrgastverband Igeb überzeugt das nicht: Die alten Aufsichten hätten auch mal eine Weiche vom Eis befreien können, und anders als bei der BVG gebe es auf vielen S-Bahnhöfen nicht einmal Kameras.

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