S-Bahn : Weiter Probleme nach Kabelbrand

Die Ursache des Feuers am Ostkreuz ist weiter unklar - einen technischen Defekt schließt die Bahn aus. Unregelmäßigkeiten wirken sich bis auf die Strecke nach Potsdam aus.

von und Jan Kixmüller
Wieder verdrahtet. Die beim Brand zerstörten Verbindungen sind mittlerweile repariert. Trotzdem läuft der Verkehr bei der S-Bahn nicht ganz reibungslos. Foto: dpa/Florian Schuh
Wieder verdrahtet. Die beim Brand zerstörten Verbindungen sind mittlerweile repariert. Trotzdem läuft der Verkehr bei der S-Bahn...Foto: dpa

Berlin/Potsdam - Auch am Mittwoch dauerten die durch den Kabelbrand am Dienstag verursachten Probleme bei der S-Bahn an und wirkten sich sogar auf den Verkehr nach Potsdam aus. Erst Donnerstag früh zum Betriebsbeginn sollten alle Züge wieder planmäßig fahren, wie ein Bahnsprecher versicherte. Ob die Ursache des Brandes ein Anschlag, ein technischer Defekt oder Fahrlässigkeit, etwa durch eine weggeworfene Zigarettenkippe, war, ist weiter ungeklärt. Die Polizei hält alle drei Varianten für möglich. „Die kriminaltechnische Untersuchung ist sehr aufwendig und wird noch einige Zeit dauern“, sagte Polizeisprecher Thomas Neuendorf. Derzeit deute nichts auf einen Brandanschlag hin, auch ein Selbstbezichtigungsschreiben sei noch nicht eingegangen. Bei der Untersuchung des angekokelten Kabelstrangs werde geprüft, ob es zu „Ausgasungen“ kommt – ein Zeichen dafür, dass Benzin oder ein anderer Brandbeschleuniger eingesetzt wurde. Der angeschmorte Kabelbereich ist 20 mal 40 Zentimeter groß.

Die Bahn schließt einen technischen Defekt aus: „Wir gehen davon aus, dass der Brand durch äußere Einwirkung entstanden ist.“

Auf der S-Bahnlinie 7 zwischen Potsdam und Berlin gab es am Mittwoch erneut Probleme, trotz der Ankündigung des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB), die Störungen durch einen Revervezug zu beheben. Am Vormittag fiel erneut ein S-Bahnzug im Berufsverkehr aus, die Pendler kamen wegen der derzeitigen Sperrung der Regionalbahn zwischen Potsdam und Berlin nur mit Verspätungen voran. Seit Anfang des Monats behindern eingleisige Streckenabschnitte zwischen Nikolassee und Wannsee den Verkehr, der Grund sind Brückenbauarbeiten in der Nähe des S-Bahnhofs Nikolassee. Die Arbeiten sollen erst Anfang November abgeschlossen sein. Betroffen sind über 20 000 Pendler, die täglich zwischen den beiden Städten unterwegs sind. Die S-Bahn hat eine Beschleunigung der Bauarbeiten ausgeschlossen.

VBB-Geschäftsführer Hans-Werner Franz hatte angekündigt, dass die durch verspätete Züge ausgelösten Ausfälle auf der Linie S 7 künftig durch Reservezüge verhindert werden sollen. Dies sei das Ergebnis eines Krisengesprächs mit der Deutschen Bahn. Die Züge sollen zum Einsatz kommen, sobald Personal und Fahrzeuge vorhanden sind. „Das war am Mittwoch nicht der Fall, da die Züge aufgrund des Kabelbrandes Schwierigkeiten hatten, aus dem Bahnbetriebswerk zu kommen“, erläuterte VBB-Sprecherin Brigitta Köttel.

VBB-Chef Franz zeigte sich über die neuerlichen Behinderungen des S-Bahnverkehrs sehr verärgert: „Es ist nicht akzeptabel, dass eine so große Zahl an Fahrgästen diese katastrophale Situation hinnehmen muss.“ Jetzt sei abzuwarten, ob das Konzept mit den Reservezügen tragfähig ist. Brandenburgs Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD) sieht die Berliner S-Bahn als Verantwortliche für das Pendlerchaos. Er hatte die Situation als untragbar bezeichnet. Er berief sich auf eine Zusicherung der S-Bahn vom Vorjahr, während der einjährigen Regionalbahnsperrung einen Betrieb der S 7 mit Vollzügen im Zehnminutentakt zu gewährleisten.

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