S-Bahnchef : "Ersatzverkehr bietet sich hier wirklich an"

Der S-Bahnchef Peter Buchner zu den abgehängten Zielen Wannsee und Potsdam, Bauarbeiten und die Leichtathletik-WM

Stefan Jacobs
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Foto: Kai-Uwe Heinrich

Kaum kommen die Fahrgäste wieder ganz gut durch die Stadt, hängen Sie Wannsee und Potsdam komplett vom S-Bahn-Netz ab. Warum werden beide Linien dorthin gleichzeitig unterbrochen?



Die Sperrung der S 1 können wir nicht verschieben, weil die Bauarbeiten an der Krottnaurerstraße seit Monaten vorbereitet worden sind und die beauftragten Firmen loslegen müssen. Wenn wir jetzt anfangen würden, unser straffes Bauprogramm zu verschieben, bekämen wir langfristig Riesenprobleme. Und was die S 7 betrifft, bietet sich der Ersatzverkehr dank der parallelen Avus wirklich an.

Aber die Bauarbeiten zwischen Grunewald und Westkreuz sind doch am Wochenende beendet worden. Es gibt also keinen objektiven Grund, die S 7 am Olympiastadion enden zu lassen.

Die Züge fahren schon im Vorgriff auf die Ende nächster Woche beginnende Leichtathletik-WM zum Olympiastadion. Wir wollen die Fahrgäste nicht unnötig verwirren, indem wir zu oft die Linienführungen ändern. Außerdem reicht der vorhandene Fahrzeugpark nicht für alle Strecken. Weiterhin gilt: Auch der jetzt seit diesem Montag gültige Fahrplan ist ein Kompromiss. Das versprochene Angebot muss unbedingt verlässlich sein. Da wir vorerst weiter die zusätzlichen Regionalzüge aus der Innenstadt über Wannsee nach Potsdam anbieten, haben unsere Fahrgäste ja eine gute Alternative.

Der Fahrgastverband Igeb hätte es besser gefunden, den knappen Fuhrpark für die Verbindung nach Potsdam einzusetzen und stattdessen die wenig frequentierte Strecke zwischen Blankenburg und Birkenwerder weiter mit Ersatzbussen zu bedienen wie in den vergangenen zwei Wochen.

Das sehe ich völlig anders. Dort im Nordosten verlaufen die Straßen derart ungünstig, dass die Fahrzeit der Ersatzbusse einfach inakzeptabel war. Das ist bei der S 1 und der S 7 nicht der Fall. Und: Potsdam ist auch dieser Tage gut auf der Schiene erreichbar.

Bleiben die zusätzlichen Regionalzüge auch nächste Woche erhalten?

Am Dienstag wollen wir das Angebot der S-Bahn für die nächsten Wochen klären. Die Frage der Regionalzüge wird davon abhängen, wie weit wir das S-Bahn-Angebot auf der Stadtbahn zwischen Ostbahnhof und Zoo verbessern können.

Peter Buchner (42) ist seit Anfang Juli Geschäftsführer der S-Bahn. Zuvor war er für den Regionalverkehr im Nordosten zuständig.

Mit ihm sprach Stefan Jacobs.

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