Berlin : Sächsische Fluthilfe für die Spree

Die Nachbarn pumpen weiter Wasser in den unter der Trockenheit leidenden Fluss

Claus-Dieter Steyer

Die Sachsen lassen die Berliner und Brandenburger nicht auf dem Trockenen sitzen. Damit die Spree in beiden Bundesländern wegen der langen Trockenheit nicht völlig zum Stillstand kommt und dann sogar rückwärts in Richtung Quelle fließt, pumpen die südlichen Nachbarn weiter in jeder Sekunde drei Kubikmeter Wasser aus Stauseen und Talsperren in den Fluss.

Eigentlich sollte mit dieser Gabe gestern Schluss sein. 20 Millionen Kubikmeter Wasser waren seit dem 12. Juni aus den Reservoiren bei Bautzen und Quitzdorf in die Talsperre Spremberg an der sächsisch-brandenburgischen Landesgrenze geflossen. Und von dort in die Spree. „Uns fällt ein Stein vom Herzen“, sagte der Präsident des Brandenburger Landesumweltamtes, Professor Matthias Freude, gestern in Potsdam. „Denn als wir Anfang Juni die Vereinbarung mit den Sachsen unterschrieben, konnte noch niemand die lange Trockenheit vorhersehen. Nun greifen die Partner für uns auf ihre eigenen eisernen Reserven zurück.“

In Berlin fällt beim Blick auf die Spree der Wassernachschub aus Sachsen kaum auf. Der Fluss steht nahezu. Fische und Pflanzen leiden unter dem schwindenden Sauerstoffgehalt. Doch ohne das zusätzliche Wasser würde die Lage noch viel schlimmer aussehen. Gewöhnlich werden aus den Braunkohletagebauen und der Talsperre Spremberg pro Sekunde neun Kubikmeter Wasser in den Fluss unterhalb des Spreewaldes gepumpt. In dieser seit Wochen trockenen Lagunenlandschaft verteilt sich das frische Wasser allerdings in den Fließen und Spreearmen so stark, dass am Pegel Leibsch am Ausgang des Spreewaldes nur noch zwei Kubikmeter je Sekunde ankommen. Normal wären vier. Entwarnung gibt der Chef des Landesumweltamtes für die Wasserqualität. 20 Millionen Muscheln würden am Ausgang des Spreewaldes den Fluss filtern. „Sie leben noch und arbeiten ausgezeichnet, wie ich bei einem Tauchgang feststellen konnte.“ 30 Zentimeter unter der Oberfläche sei das Wasser klar. Claus-Dieter Steyer

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