Berlin : Säumige Stadtreinigung: Mahnung nach zwei Jahren

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Fälligkeit: 15. November 1998. Wohlgemerkt: 1998, vor fast zwei Jahren also. Wer erwartet da noch eine Mahnung? Wahrscheinlich niemand, und deshalb war Tagesspiegel-Leser Wilhelm J. auch mehr als verblüfft, als die Stadtreinigung ihn im August dieses Jahres an angeblich ausstehende 174,38 Mark aus dem Jahr 1998 erinnerte - "1. Mahnung", übrigens kommentarlos.

J. hat keine Unterlagen mehr aus dem Jahr 1998, und wieso sein Finanzverwaltungsprogramm bei dieser Zahlung versagt haben soll, weiß er auch nicht. Bei der Stadtreinigung wurde ihm nach eigenen Angaben auf Rückfrage gesagt, das Unternehmen sei wegen der Einführung eines neuen Buchhaltungsprogramms zwei Jahre nicht in der Lage gewesen, Mahnungen zu erstellen.

Nicht ganz so, sagt Sabine Thümler bei der Stadtreinigung. Nach der Umstellung auf ein neues EDV-Programm und der Aufarbeitung der Ost-Berliner Kataster und der Zentralisierung des Rechnungs- und Mahnwesens "gibt es Einzelfälle, die durch den Rost gefallen sind", erklärt die Unternehmenssprecherin. Wie die Lücken im Rost entstanden sein sollen, scheint unklar. Der Kunde fragt sich jedenfalls, ob nicht vielleicht auch seine Zahlung hier einfach durchgefallen ist.

Außerdem meint er, es hätte "sich wohl gehört, ein paar Worte der Entschuldigung für diese zwei Jahre alte Mahnung mitzuliefern". Aber auch die ist wohl durch den Rost gefallen.

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