Berlin : Sagen und Bräuche an langen Winterabenden

Claus-Dieter Steyer

Im Spreewald, Ringchaussee 195, 03096 Burg, Tel. 035603/646. Zu erreichen über die Autobahn A 15 bis VetschauClaus-Dieter Steyer

Wozu dienen die im Wasser hängenden Metallkästen vor vielen Gehöften im Spreewald? Natürlich zum Ersäufen missliebiger Personen, vor allem von Schwiegermüttern. Solche Scherze sind aus dem Repertoire der Kahnfahrleute selbst in diesen Wintertagen nicht wegzudenken, wenn sie mit den Touristen an den natürlich für die Fischzucht bestimmten Kästen vorbeifahren. Nur gut, dass es da genügend Fachleute gibt, die sich wirklich mit Sitten und Gebräuchen der Sorben auskennen. Zu ihnen gehört Maria Jedro, die regelmäßig den Gästen des Landhotels in Burg die Sorben näher bringt und mit der Legende von den Schwiegermütterkästen aufräumt.

Das Publikum im Hotel nimmt solche Gelegenheiten zu den unterhaltsamen Lektionen über Trachten, Sprache und Traditionen der Minderheit gern wahr. Denn gerade in diesen Tagen mit dem frühen Einbruch der Dunkelheit gibt es genügend Zeit dafür. Dann kann auch aus erster Hand die Sage vom Wendenkönig nachgeprüft werden, dessen Namen das Hotelrestaurant trägt. Dieser soll, so heißt es, gleich vier Frauen besessen haben. Die Schlacht gegen die Ostkolonisatoren habe er zwar verloren. Aber seine gefallenen Kämpfer hat er laut Legende noch vor dem eigenen Tod in zwei Hügel verzaubert, wo sie auf die Forsetzung des Kampfes warten.

Solche Geschichten lassen sich besonders gut an langen Winterabenden erzählen. Das Landhotel mit seinen vielen Räumlichkeiten bietet dafür den gemütlichen Rahmen. Bis zum 28. April lockt es mit Sonderkonditionen - das Doppelzimmer kostet nur 98 Mark, einschließlich Frühstück. Nur die Ostertage sind davon ausgenommen. Tagsüber kann entweder ein Kremser oder eine Kahnpartie gebucht werden. Kostenlose Fahrräder stehen für Entdeckertouren bereit. Die Sauna garantiert das Aufwärmen.

Auf der Speisekarte dominieren einheimische Gerichte. Da fehlen weder Kartoffeln mit Kräuterquark und Leinöl (neun Mark), noch das Bauernfrühstück mit Essiggemüse (13,50 Mark). Die Fischplatte "Spreewälderin" bietet für 23 Mark Filets von Zander, Karpfen und Forelle. Wer lieber zum Fleisch greift, ist mit der Grillplatte "Landhotel" mit Lammkoteletts, Schweinemedaillons und Putensteak, Bauchspeck, einer Grilltomate auf Pfefferrahmsauce, Mandelbroccoli und Röstecken zum Preis von nur 23,50 Mark gut beraten. Zur Abrundung des Abends sollte der "Spreewaldbitter" nicht fehlen. Nach ein paar Gläsern des kräftigen Likörs hören sich manche Geschichten aus der Region ganz anders an, vor allem glaubwürdiger.Landhotel Burg im Spreewald, Ringchaussee 195, 03096 Burg, Tel. 035603/646. Zu erreichen über die Autobahn A 15 bis Vetschau.

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