Berlin : Sammelgut

Ariane Bemmer

wünscht sich viele fesche Recycling-Stellen Geht man nach den Sammelstellen, Sammelaktionen, Sammelaufrufen und Sammelinitiativen, ist unser Müll ein wahrer Schatz. Wir sammeln alte Schuhe, alte Kleider, alte Zeitungen, alte Brillen, alte Medikamente. Aus all dem kann man noch was machen, mit all dem wird noch irgendjemand glücklich. Ab heute wird noch was, was eben noch ganz überflüssig schien, wertvoll: Im Spandauer Rathaus öffnet eine brandneue Korksammelstelle. Kork ist ein endlicher Rohstoff, deshalb keimt die Angst vor Unterkorkung, und deshalb soll man künftig Weinflaschenpfropfen und ausgelatschte Korksohlenschuhe nicht mehr in den Müll werfen, sondern rasch zur Sammelstelle bringen. Die ist im Spandauer Rathausfoyer, und da steht dann nicht nur irgendeine doofe Tonne, in die man seinen Wertstoff treten kann, nein, die Korksammelstelle wurde vom Wartenberger Innovations- und Bildungszentrum gestaltet. Das Sammeln von Müll, der kein Abfall ist, hat sich zur anspruchsvollen Sache entwickelt. Das gilt auch für Fahrräder, die vom Diakonischen Werk erbeten werden, um sie an diejenigen weiterzugeben, bei denen es nicht mal mehr zum BVG-Sozialticket reichte. Der Radsammel-Leiter hofft auf viele noch ungenutzte Markenräder aus West-Berliner Kellern. Der geschenkte Gaul war gestern. Für den gibt es bestimmt auch bald eine schicke Sammelstelle.

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