Sanierung der Görlitzer Bahn : Brücke für die Bahn und Tunnel für die Tram

Bald ist es geschafft: Die Bahn hat die letzte Etappe bei der Sanierung der sogenannten Görlitzer Bahn gestartet. Jetzt wird die Umsteigestation Schöneweide aufwendig saniert. 45 Millionen Euro soll das Projekt kosten.

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Der Bahnhof Schöneweide soll für 45 Millionen Euro saniert werden.
Der Bahnhof Schöneweide soll für 45 Millionen Euro saniert werden.Foto: dpa

Endspurt für die Bahn bei der Sanierung der S- und Fernbahngleise auf der sogenannten Görlitzer Bahn zwischen Treptower Park und Königs Wusterhausen: Jetzt beginnen die Hauptarbeiten am Bahnhof Schöneweide. Hier werden die Brücken über den Sterndamm neu gebaut, für die Gleise der Straßenbahn entsteht ein Tunnel unter dem Bahndamm, und das historische Bahnhofsgebäude wird gründlich saniert. 45 Millionen Euro sind dafür veranschlagt. Insgesamt steckt die Bahn nach ihren Angaben 350 Millionen Euro in den Ausbau der Strecke, wobei ein Großteil des Geldes vom Bund kommt. Der Endspurt ist dabei lang angezogen, denn erst Ende 2018 sollen die Arbeiten beendet sein.

Schwerpunkt ist zunächst der Neubau der Brücken über den Sterndamm. Um arbeiten zu können, werden zunächst ab Mai für drei Jahre die Aufgänge dort zu den Bahnsteigen gesperrt, im Juni soll die Unterführung für Fußgänger dichtgemacht werden, die Straßenbahn kann dann auch nur noch ein Gleis nutzen, um Platz für die Baustraße zu schaffen, während für den Autoverkehr meist zwei Spuren unter der Brücke bleiben. Bis September bleibt aber auch für Autos nur eine Spur Richtung Adlergestell.

Fußgänger erreichen den Platz auf der Westseite des Bahndamms dann durch einen neuen Tunnel, für den der bisherige Gang durch den Bahnhof zu den Gleisen vorher noch bis zum Platz verlängert wird. Für den S-Bahn-Verkehr gibt es zwar auch Einschränkungen, Sperrungen sind – bis auf Ausnahmen an mehreren Wochenenden  – nach Angaben der Bahn aber nicht vorgesehen.

Das 1906 eröffnete Bahnhofsgebäude wird saniert und erhält unter anderem ein neues Dach. Neu gebaut werden soll der Mittelteil des Ensembles zwischen Bahnhofsgebäude und Fußgängertunnel; später sollen hier auch wieder Geschäfte einziehen.

Von 2016 bis 2018 soll dann die BVG den gut 30 Meter langen Tunnel unter dem Bahndamm für die Straßenbahn bauen, die dann nicht mehr auf dem östlichen Vorplatz halten wird und erst auf der Westseite den Sterndamm erreicht.

Gegen Halt in Köpenick

Während die Görlitzer Bahn aufwendig ausgebaut wird, will die Bahn auf den seit langem geplanten Regionalbahnhof Köpenick verzichten, obwohl der Senat signalisiert hat, die Kosten zu übernehmen. Ursprünglich hielt die Bahn diese Station für den Regionalverkehr für sehr wichtig, dann verzichtete sie wegen der Kosten auf den Bau, und nun argumentiert sie, ein zusätzlicher Stopp an der Strecke Berlin–Frankfurt (Oder) hielte den vorgesehenen Güterverkehr auf. Außerdem reiche das Angebot durch die S-Bahn aus; ein Parallelhalt von Regionalzügen sei überflüssig, sagte am Mittwoch Arvid Kämmerer, Leiter Vertrieb und Fahrplan.

Erneut Kabel gestohlen

Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Tagen war am Mittwoch der S-Bahn-Verkehr in Pankow beeinträchtigt. Zwischen Bornholmer Straße und Pankow sowie Blankenburg und Karow hatten Diebe insgesamt rund 60 Kilogramm Signalkabel entwendet. Um Züge der S 2 und S 8 weiterfahren lassen zu können, ließ die S-Bahn am Vormittag die S 9 aus Schönefeld bereits am Treptower Park enden. Die anderen Züge verspäteten sich meist.

Wieder nach Oranienburg

Ab Sonntag, 18 Uhr, soll auch Oranienburg wieder ans S-Bahn-Netz angeschlossen sein. Dann können auf der wegen der Suche nach Bomben unterbrochenen Strecke zwischen Birkenwerder und Oranienburg wieder Züge fahren.

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