Berlin : Sanierung des Hobrechtkiezes: Farbtupfer im grauen Einerlei

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"Das sind noch bunte Stecknadeln im grauen Heuhaufen!" Der kritische Zwischenruf aus dem Auditorium könnte als Motto über der ersten Bilanz nach fünf Jahren Sanierung rund um die Hobrechtstraße gelten, die gestern im Rathaus gezogen wurde. Unter dem Vorsitz von Bezirksbürgermeister Bodo Manegold (CDU) zogen dort Vertreter von Bezirksamt, Entwicklungsgesellschaften, sozialen Trägern und Bürgern öffentlich Resümee. Dabei ging es um erste Erfolge in fünf kleineren Entwicklungsbereichen: Die Ansiedlung sozialer und ökologisch orientierter Projekte sowie eines Restaurants in einem Gewerbehof mit Spielplatz an der Hobrechtstraße, ein von den Bewohnern weitgehend selbst betriebener grüner Kinderhof an der Friedelstraße. Geplant und teilweise in Arbeit sind weitere Spielplätze und Mietergärten sowie die Entkernung und Sanierungsarbeiten an der Sonnenallee Ecke Kottbusser Damm.

Auch das Sanierungsgebiet habe nach wie vor die sozialen und wirtschaftlichen Probleme, die dem gesamten Norden Neuköllns zu schaffen machen, gab Bürgermeister Manegold zu. Ein Anwohner beklagte, dass Gewerbetreibende und Mieter, die es sich leisten könnten, aus dem Viertel abwanderten. Horst Röhrborn von der Betroffenenvertretung im Sanierungsbeirat fügte hinzu, dass man sich gewünscht hatte, mehr als die vier von 15 Blöcken im Viertel zu entkernen.

Als es Anfang der 90er Jare um die Auswahl künftiger Kieze für das Quartiersmanagement gegangen sei, hätten andere Problemgebiete den Zuschlag erhalten, sagte Manegold. Geblieben sind danach nur die relativ kleinen Sanierungsflächen in dem Gebiet zwischen Landwehrkanal und Hermannplatz östlich des Kottbusser Damms. Wie Manegold betonte, wird derzeit mit dem Senat über die Einführung eines Quartiersmanagements verhandelt. Der Hobrechtkiez könnte sich auf eine Finanzspritze freuen. Erst kürzlich wurde den 15 bereits bestehenden Vierteln mit Quartiersmanagement jeweils eine Millionen Mark für Sanierungen und soziale Projekte in den kommenden zwei Jahren angekündigt.

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