Berlin : Sanierung des Landwehrkanals: Millionen gespart

Die Sanierung der maroden Uferbereiche des Landwehrkanals wird deutlich billiger als prognostiziert. Statt der vom Wasser- und Schifffahrtsamt geschätzten 180 Millionen Euro soll die Reparatur und Abstützung der abbruchgefährdeten Stellen am Kanal nur rund 70 Millionen Euro kosten. Dies wurde nach einem Mediationstreffen am Montagabend deutlich. Seitdem 2007 ein Uferstück am Maybachufer abgesackt war, hatten mehr als 20 Verbände, Bezirke und Behörden fünf Jahre lang gemeinsam an einem Konzept gearbeitet – ein einzigartiges Verfahren der Bürgerbeteiligung. Jetzt soll es statt kostspieliger Stahlspundwände nur Steinaufschüttungen geben. Statt hunderter Bäume mussten doch nur einige Dutzend gefällt werden, teilte die Initiative „Bäume am Landwehrkanal e.V.“ mit. Saniert werden soll ab 2014, dann würden auch Anleger für Wassertaxis, Solarboote und Kanus geprüft.

Die Debatte um die Erhaltung des bei Berlinern und Berlin-Besuchern beliebten innerstädtischen Grünzuges mit Ausflugsschiffsverkehr auf dem Kanal hatte begonnen, nachdem am 19. April 2007 am Neuköllner Maybachufer ein Teil der Ufermauer eingestürzt war. Zwei Wochen danach war der Boden am Tempelhofer Ufer in Höhe des Technik-Museums abgesackt. Taucher hatten festgestellt, dass die noch auf einer Länge von 11,6 Kilometern vorhandene Uferbefestigung von 1890 marode ist. Als das Wasser- und Schifffahrtsamt dann mehr als 200 Bäume am Ufer fällen wollte, bildete sich eine Initiative zur „Rettung der Bäume am Landwehrkanal“. Der Kanal war teils gesperrt worden, Schiffsverkehr ist nur in eine Richtung erlaubt. Anfangs hieß es, die Wurzeln der Bäume würden die Ufer beschädigen. Nun kam laut Initiative heraus, dass das Wurzelwerk das Ufer sogar stabil hält. kög

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