Sanierung : Jetzt kommt Berlin-Mitte

Das meiste Geld für die Sportanlagensanierung fließt nach Mitte und Pankow. Auch bei Kitas und Spielplätzen wird vor allem in der Innenstadt investiert.

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Loch an Loch. Auch die Sportanlagen der Schöneberger Sophie-Scholl-Oberschule müssen saniert werden. Die Turnhalle ist marode, der Sportplatz gesperrt.
Loch an Loch. Auch die Sportanlagen der Schöneberger Sophie-Scholl-Oberschule müssen saniert werden. Die Turnhalle ist marode, der...Foto: Kai-Uwe Heinrich

Für die Sanierung von Sportanlagen, die von den Bezirken verwaltet werden, stehen auch in diesem Jahr wieder 9 Millionen Euro zur Verfügung. Das Geld für 2014 ist bewilligt, die größten Einzelvorhaben sind: Die Tennissportanlage in der Glockenturmstraße (Charlottenburg-Wilmersdorf), in Nachbarschaft zum Olympiapark – dort werden 582 000 Euro in die bereits laufende Gebäudesanierung investiert. Für die Komplettsanierung des Kunststoffrasens auf dem Ernst-Reuter-Sportfeld (Steglitz-Zehlendorf) stehen 534 000 Euro zur Verfügung.

Weitere 477 000 Euro werden in die energetische Sanierung der Sportanlage Am Breiten Luch (Lichtenberg) gesteckt, einschließlich des Umbaus der Umkleide- und Duschräume. Die Sporthalle Grabensprung (Marzahn-Hellersdorf) bekommt 455 000 Euro für die Gebäudesanierung, und die Sportanlage An der Dorfkirche (Tempelhof-Schöneberg) kann mit 423 000 Euro die Wärmetechnik aufbessern und die Fassade reparieren. Insgesamt genehmigte die Sportverwaltung des Senats im Einvernehmen mit den Bezirken 41 Projekte. 16 weitere Vorhaben, die angemeldet wurden, müssen warten.

Das meiste Geld für die Sportanlagensanierung fließt in diesem Jahr nach Mitte (930 000 Euro), gefolgt von Pankow (869 000 Euro) und Tempelhof-Schöneberg (854 000 Euro). Die wenigsten Mittel stehen Marzahn-Hellersdorf, Lichtenberg und Reinickendorf (zwischen 640 000 und 681 000 Euro) zur Verfügung. Der Senat schätzt, dass bis 2018 rund 150 Millionen Euro notwendig wären, um den Sanierungsstau zu beheben.

Der Landesportbund Berlin geht von einem doppelt so hohen Investitionsbedarf aus. Von den 9 Millionen Euro, die jährlich aus der Landeskasse zur Verfügung stehen, gehen 30 Prozent in sozial belastete Stadtquartiere und in Energiesparmaßnahmen.

83,3 Millionen Euro Fördermittel

Alles in allem stehen aber nicht neun, sondern 83,3 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung. Denn die öffentliche Hand stellt weitere 64,3 Millionen Euro für das Schul- und Sportanlagensanierungsprogramm und 10 Millionen Euro für die Sanierung von Kitas und Kinderspielplätzen bereit.

Über 70 Prozent dieser Mittel dürfen die Bezirke selbst entscheiden, für die anderen 30 Prozent gilt eine „gesamtstädtische Schwerpunktsetzung“. Das Budget für Schul- und Sportanlagen wurde im Doppelhaushalt 2014/15 auf Initiative der Koalitionsfraktionen SPD und CDU verdoppelt.

Seit 2014 stehen zum ersten Mal Sanierungsmittel für Kindertagesstätten und Spielplätze zur Verfügung. Sie werden „in enger Abstimmung mit den Bezirken“ verteilt, steht in einer Vorlage der Sportverwaltung an den Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses. Für die Zuteilung sind drei Indikatoren wichtig: der Anteil der im Bezirk lebenden und betreuten Kinder, und der Anteil der Kinder unter zehn Jahren. Das meiste Geld erhält demnach Pankow (1,36 Millionen Euro), gefolgt von Mitte (1,05 Millionen Euro) und Neukölln (872 000 Euro). Schlusslichter sind Reinickendorf (654 000 Euro) und Spandau (606 000 Euro).

Mit Sanierungsmitteln ist schnelle Planung gefragt

Bis Ende März müssen die Bezirke ihre Wunschlisten für Kitas und Spielplätze einreichen und mit der Senatsbildungsverwaltung abstimmen. Ein Bezirk, der bis Ende August nicht mindestens 75 Prozent der Mittel verbindlich in Bauaufträge umgemünzt hat, muss damit rechnen, dass ihm die Sanierungsmittel gekürzt – und auf andere Bezirke umverteilt werden, die entsprechenden Bedarf nachweisen können.

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