Sanierung : Staatsoper Unter den Linden soll modernen Zuschauerraum bekommen

Der Zuschauerraum der Berliner Staatsoper Unter den Linden soll modernisiert werden. Der Umbau wird schwierig, denn die Denkmalpflege fordert, dass keine äußeren Veränderungen am Gebäude vorgenommen werden.

Staatsoper
Der Gewinnerentwurf von Klaus Roth. -Foto: dpa

Die Berliner Opernstiftung präsentierte am Donnerstag den Gewinnerentwurf eines Architektenwettbewerbs. Das prämierte Modell von Klaus Roth sei ein "mutiger Entwurf, einen Saal des 21. Jahrhunderts zu schaffen", sagte der Juryvorsitzende Peter Kulka. Vorgabe sei gewesen, das Raumvolumen zu erhöhen, um die Akustik und die Sichtverhältnisse zu verbessern, ohne äußere städtebauliche Veränderungen vorzunehmen. Im Sommer 2010 soll die dringend erforderliche Sanierung des Hauses beginnen.

Der Jury sei schnell klar geworden, dass die von der Denkmalpflege geforderte weitgehende Erhaltung der historischen Raumgestaltung von Richard Paulick sehr schwer zu schaffen sei, fügte Kulka hinzu. Die endgültige Entscheidung müsse nun im Senat in Abstimmung mit dem Bund und einem privaten Geldgeber in den nächsten Wochen fallen, sagte Generaldirektor Stefan Rosinski. Sollten alle Entwürfe abgelehnt werden, sei der Baubeginn im Jahre 2010 nicht mehr zu halten.

Bund übernimmt Großteil der Kosten

Den Großteil der Sanierungskosten für die Staatsoper von geschätzten 265 Millionen Euro finanziert mit 200 Millionen Euro der Bund. 30 Millionen Euro will ein privater Verein aus Spenden aufbringen. Den Rest zahlt das Land Berlin. Für die auf dreieinhalb Jahre veranschlagte Bauzeit zieht die Oper ins Schiller-Theater.

Das von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff (1699-1753) erbaute Opernhaus wurde 1742 von Friedrich dem Großen als "Königliche Hofoper" gegründet. Das Haus wurde mehrfach durch Brände und Bomben beschädigt. Der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte durch Richard Paulick (1903-1979). Die letzte Sanierung erfolgte in den 1980er Jahren. Wasserschäden und technische Mängel erschweren den Opernbetrieb seit langem. (nal/ddp)

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