Sanierungsprogramm : Stadtbahn-Gleise: Nach zehn Jahren kaputt

Für Kunden der Bahn gibt es im nächsten Jahr zum Teil erhebliche Einschränkungen wegen Bauarbeiten. Die Stadtbahn wird 2009 teilweise saniert, die Strecke nach Hamburg für Monate geschlossen. Doch es gibt auch gute Nachrichten.

Klaus Kurpjuweit
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Ein Arbeiter prüft die Verschraubung an einer S-Bahnschiene. -Foto: dpa

Die Strecke nach Hamburg wird von März bis Juni gesperrt, weil marode Schwellen ausgetauscht werden müssen. Anschließend gibt es vom 20. Juni bis 4. Juli keinen Zugverkehr zwischen Charlottenburg und Spandau, und im Oktober und November ist zwischen Friedrichstraße und Hauptbahnhof zeitweise nur eingleisiger Betrieb möglich. Hier müssen die vor gut zehn Jahren gelegten Gleise erneuert werden, da sie abgenutzt sind. Insgesamt will die Bahn in der Region im nächsten Jahr 366 Millionen Euro, meist Geld aus der Bundeskasse, in den Ausbau des Netzes stecken; fast 74 Millionen Euro mehr als in diesem Jahr.

Die Strecke nach Hamburg war erst vor wenigen Jahren für Tempo 230 ausgebaut worden. Schon damals hatte man nach Tagesspiegel-Informationen erkannt, dass die Schwellen marode waren. Die Planer hatten aber gehofft, die Schwellen würden noch länger halten. Der Verschleiß war aber größer als erwartet, so dass der Austausch im nächsten Jahr stattfinden muss. Zur dreimonatigen Vollsperrung zwischen Nauen und Wittenberge sowie zum meist eingleisigen Betrieb auf den anderen Abschnitten hat sich die Bahn entschlossen, weil ein Bauen in der nächtlichen Betriebspause drei Jahre gedauert hätte. Die Fernzüge zwischen Berlin und Hamburg werden über Stendal umgeleitet, was die Fahrzeit um 35 bis 45 Minuten verlängert. Im Regionalverkehr müssen die Fahrgäste auf Busse ausweichen.

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Im Schotterbett. Vor drei Jahren wurden Gleise am Bahnhof Zoo erneuert, jetzt wird am Regierungsviertel gearbeitet. Foto: dpa

Auch die Sperrung des Abschnitts zwischen Charlottenburg und Spandau führt zu Umleitungen im Fern- und Regionalverkehr, wobei die Bahn viele Züge, die planmäßig über die Stadtbahn fahren, ins Untergeschoss des Hauptbahnhofs leitet. Hier bewähre sich erneut das Berliner Bahnkonzept mit den im Hauptbahnhof kreuzenden Ost-West- und Nord-Süd -Strecken, sagte der Berliner Bahnchef Ingulf Leuschel.

Weiter gehen auch die Arbeiten an den Strecken nach Rostock, Stralsund und Dresden. Dagegen sollen nach jahrelangem Bauen auf der Verbindung nach Frankfurt (Oder) die Arbeiten zwischen Erkner und der polnischen Grenze Mitte 2009 abgeschlossen sein. Dann können die Züge mit Tempo 160 fahren, was die Reisezeit verkürzen wird.

Erfreuliches meldet die Bahn auch von der zweiten Dauerbaustelle – dem Umbau des Ostkreuzes. Dort ist jetzt gesichert, dass über den Gleisen der S-Bahn auf dem Ring wie vorgesehen doch eine Halle gebaut wird, was zuletzt an den Kosten zu scheitern drohte.

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