Berlin : Sarrazin hofft, dass Nida-Rümelin Wort hält

NAME

Der Masterplan der Museumsinsel ist ein Prestigeprojekt der Bundesregierung. Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte schon in seiner ersten großen Berliner Rede die Sanierung der Museumsinsel als nationale Aufgabe hingestellt und damit den Weg für eine reine Bundesfinanzierung gewiesen: „Dieses einzigartige Ensemble in den nächsten 10 Jahren für die Kultur wiederzugewinnen (...), das hat sich meine Regierung fest vorgenommen“, erklärte er beim Richtfest der Alten Nationalgalerie im Oktober 1999. Auch Bundeskulturminister Julian Nida-Rümelin hatte bereits früh zu erkennen gegeben, dass er einer Übernahme der Baukosten durch den Bund nicht abgeneigt sei. Allerdings hatte er immer darauf gedrängt, dass Berlin als Kompensation andere Kosten übernehmen müsse. Als im Zuge der Bankenkrise klar wurde, dass finanzielle Leistungen von Berlin nicht zu erwarten sind, erklärte sich der Staatsminister Anfang April überraschend bereit, einen kompensationslosen Ausstieg Berlins aus der Finanzierung zu akzeptieren. Sein Credo: „Planungssicherheit bei diesem Thema ist das Wichtigste.“

Fleißiger Trommler in eigener Sache ist Klaus-Dieter Lehmann, der Generaldirektor der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Der erfahrene Museumsmann fürchtet nichts mehr, als dass durch weitere Verzögerungen zusätzliche Kosten entstehen. Lehmann drängt beharrlich darauf, dass der Bund die Finanzierung der Museumsinsel komplett übernehmen möge. Bei den Betriebskosten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die von den 16 Bundesländern und dem Bund gemeinsam finanziert wird, plädiert Lehmann jedoch für einen Verbleib der Länder in der Stiftung. Nur so könne die föderale Struktur von Deutschlands größter Kulturstiftung erhalten bleiben.til

0 Kommentare

Neuester Kommentar