Berlin : Sarrazin streitet weiter mit GEW

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Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) gibt sich in der Auseinandersetzung mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) über die Ausstattung Berlins mit Lehrern nicht geschlagen. Zum zweiten Mal korrigierte er Zahlen der GEW, die einen deutlichen Ausstattungsvorsprung Hamburgs und eine annähernd gleiche „Lehrerdichte“ in Bayern und Rheinland-Pfalz belegen sollten.

Zum einen habe die GEW das Erzieherpersonal in den Vorklassen und die Lehrer in den Berliner Privatschulen unberücksichtigt gelassen, schrieb Sarrazin in einem Brief an die Gewerkschaft. Zum anderen habe sie die Schülerzahlen des Jahres 1999 mit den Lehrerzahlen des Schuljahres 2001/02 miteinander ins Verhältnis gesetzt. „Es besteht daher kein Anlass, meine bisherige Aussage zu revidieren“, so der Finanzsenator. Und diese Botschaft lautet: Das Lehrerpersonal in Hamburg pro 1000 Einwohner betrug 1999/2000 zehn Prozent über dem Berliner Niveau, während der Ausstattungsgrad in Bayern lediglich 78 Prozent und in Rheinland-Pfalz 54 Prozent betrug.

Da Berlin in den beiden folgenden Schuljahren aufgrund neuer pädagogischer Maßnahmen seine Lehrerausstattung weiter verbessert habe, dürfte sich auch der Abstand zu Hamburg verringert, wenn nicht gar aufgehoben haben, schrieb Sarrazin. „Wobei die desaströse finanzielle Situation Berlins im Gegensatz zu Hamburg einen Spitzenplatz in der Lehrerausstattung nicht zulässt.“ Auch die von der GEW genannten Besonderheiten des Stadtstaates Berlin lässt der Senator nicht gelten. Zwar gebe es im Hochschulbereich „mit seiner Ausbildungsfunktion für ganz Deutschland“ eine Mehrbelastung, die zu berücksichtigen sei, „aber nicht oder nur in geringem Maße bei der Schulausstattung.“ za

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