Berlin : Sarrazin will Kreisel abreißen

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Der Steglitzer Kreisel muss weg – wenn es nach Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) geht. Die Sanierung des asbestverseuchten Hochhauses sei zu teuer, die Büroflächen für das Rathaus SteglitzZehlendorf brauche man hier nicht, sie ließen sich andernorts finden. Nun sollte der Abriss „offen geprüft werden“, darüber werde mit den Miteigentümern gesprochen, teilte er dem Tagesspiegel mit.

Im Vermögensausschuss hatte die Finanzverwaltung schon von der „Option auf Abriss“ gesprochen, aber auch ein „Interessenbekundungsverfahren“ angekündigt. Dabei soll ausgelotet werden, ob sich ein Käufer für den Landesanteil am Kreisel findet. Darüber spreche man mit den Miteigentümern, hieß es. Die Sockelgeschosse gehören dem Immobilienunternehmen Becker&Kries und sind saniert, das Hochhaus ist asbestbelastet und gehört dem Land. Sarrazin bezieht sich auf ein Gutachten, demzufolge die Sanierung rund 90 Millionen Euro kostet. Anstatt „astronomische Summen“ auszugeben, könnten sich ausreichend leer stehende Gebäude nutzen lassen.

Die FDP-Fraktion hatte den Kreisel im Vermögensausschuss auf die Tagesordnung gesetzt. Für die Abgeordnete Sibylle Meister gibt es Gründe genug, das Hochhaus zu verkaufen oder abzureißen. In spätestens drei Jahren könnte das bezirkliche Bauamt gezwungen sei, das Rathaus schließen zu müssen. Die Verwaltung sollte nicht abwarten, sondern mit Umzügen beginnen, etwa in das gegenüberliegende Alte Rathaus. Es müssten nicht alle Abteilungen an der Schloßstraße sein. Der Bezirk hatte mehrmals betont, den „verkehrsgünstigen“ Kreisel nach einer Sanierung nutzen zu wollen. Auch fehle es an geeigneten Ersatzflächen. Becker&Kries hatten angeboten, das Hochhaus zu kaufen, zu sanieren und als Rathaus zu vermieten.C. v. L.

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