Berlin : Satte Mehrheit in Berlin: Schröder & Co. haben gut lachen

Infratest dimap-Umfrage für Tagesspiegel und SFB: In Berlin gibt es kein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Volksparteien SPD und CDU

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In Berlin steht die rot-grüne Bundesregierung auf sicherem Grund. Wenn am Sonntag Bundestagswahlen wären, kämen die SPD in der Hauptstadt auf 38 Prozent und die Grünen auf 12 Prozent der Zweitstimmen. Nach einer repräsentativen Umfrage von Infratest dimap im Auftrag von Tagesspiegel und SFB wäre es 40 Prozent der Wahlberechtigten am liebsten, wenn diese beiden Parteien wieder eine Regierung bilden. Für den Wechsel zu einem konservativ-liberalen Bündnis sprechen sich lediglich 18 Prozent aus.

Ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Rot-Grün und einer konservativ-liberalen Koalition, wie es jüngste Meinungsumfragen für das gesamte Bundesgebiet vorhersagen, zeichnet sich in Berlin also nicht ab. An den Freien Demokraten liegt das nicht, die mit 8 Prozent der Wählerstimmen fast im Bundestrend liegen, sondern an der CDU. Mit 25 Prozent hinkt die Union in Berlin über 10 Prozentpunkte hinter der Bundespartei hinterher. Im Vergleich zur Bundestagswahl 1998 können die Christdemokraten zwar in den östlichen Bezirken zulegen, verlieren aber im Westteil der Stadt noch ein halbes Prozent. Von ihrem erklärten Wahlziel (30 Prozent) ist die Berliner CDU laut Umfrage weit entfernt. Die SPD hat sich vorgenommen, mindestens 38 Prozent der Wählerstimmen zu bekommen und steht somit vor einer Punktlandung. Die Grünen übertreffen mit 12 Prozent das Wahlergebnis von 1998, während sich die PDS mit ebenfalls 12 Prozent der Stimmen im Abwind befindet. Die Sozialisten können im Westteil Berlins ganz leicht zulegen, verlieren aber im Ostteil 4 Prozent.

Zwölf Jahre nach der Vereinigung Deutschlands hat sich das Wählerverhalten innerhalb Berlins immer noch nicht angeglichen. Nur die Sozialdemokraten konnten von einer Bundestagswahl zur nächsten zulegen und haben sich so in beiden Stadthälften „eine deutliche Vormachtstellung“ erworben, wie es die Meinungsforscher von Infratest dimap formulieren. Auch die FDP kann diesmal an ihren Erfolg bei der „Vereinigungswahl“ 1990 anknüpfen und wird wieder in Ost und West gleichermaßen akzeptiert. Aber für die CDU und die Grünen bleiben die Ostbezirke Berlins ein unsicheres Pflaster und die PDS findet im Westen nach wie vor keine nennenswerte Wählerbasis.

Das richtige Wahlergebnis steht aber erst am übernächsten Sonntag fest. Noch sind 17 Prozent der wahlberechtigten Berliner unschlüssig, bei welcher Partei sie ihr Kreuzchen machen sollen. Sie schwanken zwischen verschiedenen Parteien hin und her und schließen laut Umfrage nicht aus, ihre derzeitige Parteienpräferenz bis zum 22. September nochmals zu ändern. Am ärgsten trifft es dabei die Liberalen. Ein Drittel der FDP-Anhänger schließen nicht aus, ihre Meinung erneut zu überdenken. Am meisten festgelegt haben sich die CDU-Sympathisanten. Nur 14 Prozent von ihnen haben sich noch nicht entschieden.

Wie das Ergebnis auch immer ausfallen mag: Die Aufmerksamkeit gegenüber der Bundestagswahl ist in Berlin überdurchschnittlich groß. 76 Prozent der Wahlberechtigten bekunden ein starkes oder sogar sehr starkes Interesse an der Wahl, deren Ausgang völlig offen ist. Bundesweit sind es „nur“ 73 Prozent. Wie sehr die Berliner Anteil an der bevorstehenden Bundestagswahl nehmen, ist – abseits von Umfragen – auch an der regen Briefwahlteilnahme abzulesen. Zehn Tage vor der Wahl haben sich schon 385 000 Berliner die Briefwahlunterlagen zuschicken lassen. Das sind jetzt schon mehr als bei der Bundestagswahl 1998. (Mehr: Seite 10) za

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