Berlin : Sauber, sauber

Gerd Nowakowski

freut sich auf die Putzoffensive in der Stadt Berlin, die Stadt von Schmier und Schmuddel? Das war mal. Weg mit dem Grauschleier. Zum vorgezogenen Frühlingsanfang könnte es in der Hauptstadt eine Putzoffensive geben. Die Stadtreinigung überlegt, Ein-Euro-Jobber einzusetzen, um die Stadt zu polieren. Die hat das durchaus nötig. Maulige Taxi-Fahrer, montags geschlossene Museen oder verwirrende BVG-Netzpläne schrecken Reisende weniger als verdreckte Boulevards und Fußgängerzonen. Auch politisch soll es sauber zugehen. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit will mehr Reinlichkeit in der Stadt – und saubere Westen soll es erst recht geben. Beim Milliardenprojekt Flughafenbau sollen sogar Korruptionswächter von „Transparency International“ wachen. Und der Senat will auch seine schmutzige Wäsche selber waschen. Gestern bestätigte der Sprecher des Innensenators dem Tagesspiegel, dass ein besorgter Bürger angeboten habe, die schmuddeligen Berliner Fahnen zu reinigen – und einen Korb bekam. Die Flaggen würden regelmäßig gewaschen. Möglicherweise werde der Stoff aber nach einiger Zeit nicht mehr richtig weiß. Dann wird erbarmungslos ausgetauscht. Dem Schmutz keine Chance, Berlin macht sich sauber. Irgendwann ist dann auch der Filz verschwunden.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben