Saubere Sache - Gemeinsame Sache : Helfen macht glücklich

Pflegen wir die Kultur des Miteinanders: Der Tagesspiegel ruft auf zum Aktionstag „Saubere Sache – Gemeinsame Sache“.

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Stolpersteine auf der Konrad-Wolf-Straße.
Stolpersteine auf der Konrad-Wolf-Straße.Foto: Claus Dieter Steyer

„Der Aktionstag sorgt nicht nur für ein noch schöneres Berlin“, sagt der Regierende Bürgermeister Michael Müller, „er sorgt auch dafür, dass Menschen zusammenkommen und gemeinsam etwas für ihre Stadt tun. Auch das steht Berlin gut zu Gesicht.“ Michael Müller weiß, wovon er spricht.

Vor einem Jahr, als er noch nicht im Amt war, hat er beim Aktionstag selber mit angepackt, hat in seinem Heimatbezirk Tempelhof zusammen mit anderen eine Grünanlage gepflegt. In diesem Jahr hat Müller die Schirmherrschaft für den Aktionstag übernommen, für den sich schon jetzt mehr als 80 Gruppen angemeldet haben.

Da wächst was. Prima gemacht, dieses Lob bekamen aktive Berliner im vergangenen Jahr an gut 200 Stellen zu hören: In allen Stadtteilen und Kiezen – von Spandau bis nach Köpenick – haben Initiativen, Vereine, Schulen oder Unternehmen die Stadt verschönert oder soziale Einrichtungen unterstützt. Der Aktionstag „Saubere Sache“ war eine unübersehbare Demonstration engagierter Stadtbürger. Damit haben sie eine neue Tradition begründet.

Jeder ist eingeladen mitzumachen

Auch in diesem Jahr werden die Berliner wieder am Freitag, 18. September, und Sonnabend, 19. September, überall auf den Straßen und in den Kiezen zu beobachten sein. Denn gemeinsam mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband und WirBerlin ruft der Tagesspiegel wieder zur Teilnahme auf.

Jeder ist eingeladen, bei bestehenden Initiativen mitzumachen oder sich ein eigenes Projekt vorzunehmen. Für Schulen oder Kindertagesstätten hat sich der Freitag als günstiger für einen Einsatz herausgestellt, aber auch viele Unternehmen wählen den Freitag für ihr Engagement. Für Familien oder Arbeitnehmer wiederum ist der Sonnabend besser geeignet, um die Ärmel hochzukrempeln – für ein schöneres Berlin.

Das Engagement, das hat sich schon in den Vorjahren gezeigt, wird immer vielfältiger. Da gilt es, ungepflegte Parks zu verschönern, vernachlässigte Plätze zu retten, heruntergekommene Parkbänke zu streichen oder Bäume zu pflanzen. Daneben aber benötigen zunehmend soziale Projekte Hilfe, vor allem Flüchtlinge und Asylbewerber. Deswegen hat der Tagesspiegel sein Motto für die Aktionstage erweitert: „Saubere Sache – Gemeinsame Sache“ heißt es jetzt. 

Bis zum 19. September Berichterstattung

Ab dem 23. August stellen wir täglich Initiativen vor, die sich teilweise seit Jahren um ihre Nachbarn und um ihren Kiez kümmern und beim Aktionstag mitmachen. Natürlich wird auch wieder ausführlich von allen Einsätzen an den beiden Aktionstagen am 18. und 19. September berichtet.

Sie haben Lust, sich anderen aktiven Berlinern anzuschließen? Mitmachen ist ganz einfach. Auf unser interaktiven Aktionskarte können neue Aktionen angemeldet werden. Dort steht auch, welche Gruppen sich im jeweiligen Bezirk schon für die Aktionstage angemeldet haben. Und man kann sich Berichte und Fotos vom Aktionstag im vergangenen Jahr ansehen. Alles unter www.tagesspiegel.de/sauberesache oder www.aktionstag-berlin.de.

Solches Engagement kann das Privatleben bereichern. Mit anderen Menschen gemeinsam Gutes zu tun, macht zufrieden und stolz. Und was aus kleinen Anfängen wächst, kann Wirkung weit über den eigenen Kiez hinaus entfalten. Über Jahre hinweg hat sich etwa die Initiative Bundesplatz um die Verschönerung dieses in den siebziger Jahren autogerecht verunstalteten Platzes gekümmert.

Neue Wege aufzeigen

So erfolgreich, dass sie nun beim bundesdeutschen Wettbewerb „Zukunftsstadt“ als ausgewählter Partner Visionen für eine bürgergerechte und nachhaltige Stadtplanung entwickeln darf – mit dem Tagesspiegel als Medienpartner. „Wir möchten Wege aufzeigen“, erklärt die Initiative, die seit Jahren beim Aktionstag Saubere Sache mitmacht, „wie es in dieser Stadt möglich ist, Veränderungen im Konsens mit Verwaltung und Politik und nicht nur in Konfrontation zu erreichen.“

Wo sich Menschen einbringen, verändert sich die Stadt zum Besseren. Und wo es Not tut, wehren sich Bürger mit Fantasie und Hartnäckigkeit gegen Bürokratie. Sechs Jahre lang war in Prenzlauer Berg von Amts wegen ein Spielplatz gesperrt – vermüllt und mit kaputten Spielgeräten.

Der Hartnäckigkeit einer Anwohnerinitiative ist zu verdanken, dass es nun ein wenig Geld von den Behörden gibt und die Anwohner den Spielplatz neu gestalten können. Am Aktionstag ist die Nachbarschaft zur Mithilfe eingeladen, daraus ein Schmuckstück für den Kiez zu machen.

Es gibt neue Herausforderungen

Und in Treptow-Köpenick wird man sich dieser Tage daran erinnern, wie man dem Bezirk die Bepflanzung von Baumscheiben abgetrotzt hat. Die Verwaltung hatte dies verboten, bis das vermummte „Kommando Gartenzwerg“ die triste Rasenfläche vor dem Tiefbauamt in einen blühenden Garten verwandelte. Nun gibt es in Treptow eine neue Tradition – das jährliche Baumscheibenfest.

So viel die Engagierten schon bewegt haben, so notwendig bleibt doch ihr Einsatz. Auch, weil es neue Herausforderungen gibt. Viele Berliner haben auf die wachsende Zahl von Flüchtlingen und deren offenkundige Not mit großer Hilfsbereitschaft reagiert. Asylbewerber möglichst schnell zu integrieren, ist eine große Aufgabe: Den Erwachsenen Deutsch beibringen und damit Jobchancen öffnen, den Kindern dabei helfen, ihre Ängste zu vergessen, damit sie wieder unbeschwert lernen und spielen können.

Auch diese Menschen stellen wir bis zu den Aktionstagen vor. Sie engagieren sich in vielen Bezirken – und zeigen durch ihr Beispiel jenen die Rote Karte, die Fremdenfeindlichkeit schüren wollen.

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