Saubere Sache - Gemeinsame Sache : Mehr als 200 Kiez-Initiativen säubern die Stadt

So viele waren es noch: 230 Initiativen sind am Freitag und Sonnabend beim berlinweiten Aktionstag dabei.

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Ein Platz zum Leben. Neue Terrasse, Bänke und ein gepflegter Garten – Dussmann-Mitarbeiter machten das Plett-Haus wohnlicher für die Flüchtlingsfamilien und Berliner.
Ein Platz zum Leben. Neue Terrasse, Bänke und ein gepflegter Garten – Dussmann-Mitarbeiter machten das Plett-Haus wohnlicher für...Foto: promo

Heute und morgen werden sie wieder unübersehbar sein – in allen Bezirken, auf den Straßen und Plätzen wird man sie antreffen: Tausende Berlinerinnen und Berliner krempeln die Ärmel auf und packen an. Und es werden mehr sein als jemals zuvor: Für die Aktionstage „Saubere Sache – Gemeinsame Sache“ am heutigen Freitag und morgigen Sonnabend haben sich 230 Initiativen, Vereine, Unternehmen, Schulen oder Kindertagesstätten angemeldet. Mitmachen kann jeder. Kurzentschlossene finden auf der Aktionslandkarte bei www.aktionstag-berlin.de in ihrem Bezirk viele offene Projekte, die sich über freiwillige Hände freuen.

Als hätte er es geahnt: Der Regierende Bürgermeister Michael Müller, der die Schirmherrschaft über den Aktionstag übernommen hat, hoffte schon in seinem Grußwort auf „einen neuen Mitmachrekord“. Die Beteiligungsmöglichkeiten seien so vielfältig wie die Facetten des bürgerlichen Engagements. „Spielplätze, Parks und Grünflächen, Uferbereiche, Straßen und Plätze bieten ein breites Betätigungsfeld, um unsere Stadt schöner zu machen“, schrieb Müller.

Die Willkommenskultur stärken

Manche haben schon mal vorgelegt – wie etwa die Mitarbeiter von Dussmann. Sie waren bereits am Donnerstag im Plett-Haus in Kreuzberg mit insgesamt 40 Beschäftigten im Einsatz – vom Auszubildenden bis zur Chefin Catherine von Fürstenberg-Dussmann. Im Plett-Haus, wo seit einem Jahr viele Flüchtlingsfamilien zusammen mit Berlinern wohnen, wurde gemeinsam eine Terrasse renoviert und der Garten aufgehübscht. Ein hochwillkommener praktischer Beitrag, um die Gemeinschaft im Haus zu stärken und die Integration der Flüchtlinge zu erleichtern. So gab es auch ein besonderes Musikprogramm für die Kinder und die Erwachsenen konnten sich über Beschäftigungs- und Qualifikationsangebote bei Dussmann informieren. „Eine Willkommenskultur zu schaffen, muss unsere Stärke werden“, sagte Catherine von Fürstenberg-Dussmann.

Auch andere Initiativen haben es den Dussmann-Mitarbeitern gleichgetan. Wie die Mitarbeiter der Berliner Bank, die am vergangenen Wochenende die Unterkünfte für Flüchtlinge und Wohnungslose auf dem Gelände der Berliner Stadtmission am Hauptbahnhof verschönert haben. Da wurden Räume renoviert, Fahrräder repariert und ein Buddelkasten angelegt.

Viel vorgenommen. Den Garten nutzen 190 Familien des Kreuzberger Hauses.
Viel vorgenommen. Den Garten nutzen 190 Familien des Kreuzberger Hauses.Foto: Promo

Alles Freiwillige, die dem Aufruf gefolgt sind

Die 230 Aktionen sind so unterschiedlich wie die Stadt selbst. Da ist die nachbarschaftliche Initiative im Prenzlauer Berg, die aus dem verwahrlosten „Dschungelspielplatz“ wieder einen Erlebnisort für Kinder machen will. Oder die Bürgerinitiative Zehlenwandel, die nicht nur die Umgebung des U-Bahnhofs Onkel-Toms-Hütte begrünt, sondern auch einen Gemeinschaftsgarten bestellt. Alles Freiwillige, die dem Aufruf des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, der Initiative WirBerlin und des Tagesspiegels gefolgt sind und an diesem Wochenende noch folgen werden. Der Tauchsportklub Adlershof fischt am Sonnabend Sperrmüll und Schrott aus der Dahme in Köpenick und das „Haus Natur und Umwelt“ säubert die Wuhlheide, damit Lebensräume für Tiere und Pflanzen bewohnbar bleiben. In der Regenbogen-Grundschule in Neukölln wird ein Naschgarten mit Himbeeren, Johannisbeeren und Heidelbeeren für die Kleinsten angelegt. Auch die Politik macht mit. Grünen-Fraktionschefin Ramona Pop säubert mit Freiwilligen den Platz rund um das Planschbecken am Nordbahnhof, der CDU-Ortsverband im Prenzlauer Berg befreit die Umgebung der Paul-Linke-Grundschule und Gustave-Eiffel-Oberschule von Abfall und Unkraut. Und auch verschiedene SPD-Ortsvereine sind in ihren Kiezen aktiv.

Viele Bürger helfen den Flüchtlingen

Viele haben ihre Projekte angemeldet, um ihr Wohnumfeld vom Müll zu befreien und den Kiez zu verschönern. Aber genauso viele Bürger haben sich vor allem sozialen Projekten verschrieben und Projekte auf die Beine gestellt, die speziell Flüchtlinge unterstützen. Mit großer Hilfsbereitschaft haben viele Menschen in Berlin auf die täglich ankommenden Flüchtlinge reagiert. Sie haben sie willkommen geheißen, Spenden gesammelt, Essen verteilt, beim Reparieren ihrer Fahrräder geholfen, ihre Wohnungen verschönert oder manchmal einfach nur zugehört. Die Bereitschaft, die Flüchtlinge angesichts der sich immer weiter verschärfenden Flüchtlingssituation weltweit zu unterstützen, ist vielerorts ungebrochen. Das zeigt auch der Aufruf des Arbeiter-Samariter-Bundes auf der Aktionsseite im Internet: „Es haben sich bereits genügend Helfer gemeldet.“ Der ASB wird am heutigen Aktionstag gemeinsam mit Freiwilligen in der Sammelunterkunft für Flüchtlinge in Zehlendorf einen Garten anlegen.

Nach der Arbeit soll wieder gefeiert werden. Deshalb laden der Paritätische Wohlfahrtsverband und der Tagesspiegel am Mittwoch, dem 30. September, ab 17 Uhr alle freiwilligen Helfer zur Dankeschön-Party ins Verlagshaus an den Anhalter Bahnhof ein. Also schon mal vormerken! Denn wer hart arbeitet, muss auch ordentlich feiern – und am besten in guter Gemeinschaft.

Weitere Informationen finden Sie unter www.tagesspiegel.de/sauberesache oder www.aktionstag-berlin.de .

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