Sauberes Spreewasser : Neue Chance für "Spree-2011"

Baden in der Spree? Das ambitionierte Wassersäuberungs-Projekt "Spree 2011" schien vor dem Aus, nun scheint es doch eine Einigung zu geben. Zumindest der Testbetrieb soll dem Erfinder gestattet werden.

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In Zukunft sollen sich die Berliner nicht nur an, sondern auch in der Spree entspannen können. Das zumindest erhofft sich Erfinder Ralf Steeg von seinem Projekt "Spree 2011".
In Zukunft sollen sich die Berliner nicht nur an, sondern auch in der Spree entspannen können. Das zumindest erhofft sich Erfinder...Foto: dpa

Im Streit um den Bau der Testanlage des Projekts „Spree 2011“ im Osthafen ist eine Lösung nahe, sagte Erfinder Ralf Steeg dem Tagesspiegel. Steeg will insgesamt 14 Regenüberlaufbecken in die Spree bauen. Diese sollen dreckiges Wasser, das bei starkem Regen aus der Mischkanalisation läuft, auffangen und zurückleiten, wenn wieder Platz in der Kanalisation ist. Damit soll der Fluss so sauber werden, dass in ihm gebadet werden kann. Die Pilotanlage stand vor dem Aus, weil Steeg darauf bestand, auf der Oberfläche ein Café und einen Solarbootsverleih zu errichten, um den Eigenanteil zu refinanzieren. Das lehnt die Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft (Behala) als Eigentümerin des Geländes in der Stralauer Allee 5 ab, weil eine Bebauung den Grundstückswert mindere. Grundsätzlich wolle man das Projekt über den von Steeg festgelegten Forschungszeitraum von zwei Jahren unterstützen, damit es beweisen kann, dass es funktioniert, sagte Geschäftsführer Peter Stäblein. Schon jetzt hat Steeg Anfragen aus Deutschland und den USA.
Auf eine kommerzielle Nutzung der Oberfläche will er nun verzichten. Bei weiteren Gespräche mit der Behala in der kommenden Woche hofft Steeg auf eine endgültige Einigung, will aber erreichen, dass die Anlage nach den zwei Jahren stehen bleibt. Ohne die bevorstehende Lösung hätte das Bundesforschungsministerium einen Teil der Fördergelder von etwa zwei Millionen Euro gestrichen. Nach einem Krisengipfel am Montag verlängerte es die Frist für eine Einigung um drei Wochen. Für den Bau weiterer Pontons hofft Steeg auf eine Sogwirkung der Pilotanlage.

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