Initiativen von City West bis Lietzenseepark

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Gemeinsame Sache in Charlottenburg-Wilmersdorf 2017 : Vom Klassenzimmer bis zur Kiezinsel: Engagement im ganzen Bezirk
Eine Helferin hat am Lietzenseepark Hopfen gepflückt.
Eine Helferin hat am Lietzenseepark Hopfen gepflückt.Foto: Cay Dobberke

Irene Fritsch engagiert sich für den Lietzenseepark

Der an sich idyllische Lietzenseepark in Charlottenburg ist ein beliebtes Ausflugsziel, was aber oft zur Vermüllung der denkmalgeschützten Anlage führt. Zudem fehlt dem Bezirk das Geld für eine gründliche Grünpflege.

Deshalb besteht seit 13 Jahren der Verein „Bürger für den Lietzensee“ mit heute rund 200 Mitgliedern. Jede Woche treffen sich Gruppen von Anwohnern, um verschiedene Teile des Parks zu pflegen – so natürlich auch am Aktionstag.

Diesmal ging es um die Beete und Wege im südlichen Bereich unterhalb der evangelischen Kirchengemeinde Am Lietzensee.

Krimi-Autorin Irene Fritsch (l.) ist schon lange Jahre für den Lietzenseepark engagiert.
Krimi-Autorin Irene Fritsch (l.) ist schon lange Jahre für den Lietzenseepark engagiert.Foto: Cay Dobberke

Mit dabei war die Schriftstellerin Irene Fritsch, die nicht nur zu den langjährigen Vereinsmitgliedern gehört, sondern auch Führungen um den See veranstaltet und Krimis geschrieben hat, die im Kiez spielen.

Bereits vor einigen Jahren erhielt der Verein den Erwin-Barth-Preis, mit dem das Bezirksamt ehrenamtliche Grünpflege würdigt. Das passt beim Lietzenseepark besonders gut, schließlich geht dessen Gestaltung vor ungefähr 100 Jahren hauptsächlich auf den berühmten Charlottenburger Gartenbaudirektor Erwin Barth (1880 bis 1933) zurück.

Die fleißigen Helfer der "Bürger für den Lietzensee".
Die fleißigen Helfer der "Bürger für den Lietzensee".Foto: Cay Dobberke

Übrigens geschieht in der Grünanlage bald noch mehr: Eine zweite Anwohner-Initiative, der Verein „ParkHaus Lietzensee“, beginnt in wenigen Tagen mit der Sanierung des alten Parkwächterhauses.

Einen lebenswerteren Bundesplatz

Kein Aktionstag ohne die Initiative Bundesplatz: Seit engagierte Wilmersdorfer Bürger den Verein vor rund sieben Jahren gründeten, hat er sich mit inzwischen mehr als 220 Mitgliedern zu einer der aktivsten Bürgergruppen in der City West entwickelt.

Drei Freiwillige vor der Statue der "Winzerin" am Bundesplatz.
Drei Freiwillige vor der Statue der "Winzerin" am Bundesplatz.Foto: Cay Dobberke

Jetzt wurde wieder einmal die Grünanlage in der Platzmitte von Müll und Unkraut befreit. Die Initiative hat eine „Pflegevereinbarung“ mit dem Bezirksamt, das die Beete aus Geldmangel nicht derart gut instand halten könnte. Die Bürgerinitiative wurden bereits mit dem Deutschen Naturschutzpreis und dem Erwin-Barth-Preis des Bezirks ausgezeichnet.

Mona Kerkow ist Landschaftsarchitektin und war an der Gestaltung des Bundesplatzes beteiligt.
Mona Kerkow ist Landschaftsarchitektin und war an der Gestaltung des Bundesplatzes beteiligt.Foto: Cay Dobberke

Doch Grünpflege ist nur ein Teil ihrer Arbeit. Der Verein hat sich das Ziel gesetzt, den vom starken Autoverkehr geprägten Kiez um den Bundesplatz „lebenswerter“ für Anwohner und andere Fußgänger zu machen.

Den Verkehr will man zurückdrängen. Dafür wurden in Workshops eigene Konzepte erarbeitet und diese Politikern vorgestellt. Die Umsetzung steht allerdings in einigen Punkten noch aus.

Jüngste Erfolge sind die seit April geltende Tempo-30-Regelung auf den oberirdischen Straßen beiderseits des Autotunnels – die wegen ihrer Form auch „Spange“ genannt werden – und der oft gewünschte Umzug des Wochenmarkts aus der Mainzer Straße auf den Bundesplatz. Erstmals fand der Markt dort am vorigen Donnerstag statt.

Selbsthilfe-Zentrum wirbt für sich

Mehr als 200 Selbsthilfegruppen, die sich mit unterschiedlichsten Lebensbereichen beschäftigen, gehören zum Angebot von Sekis, der Selbsthilfekontaktstelle für Charlottenburg-Wilmersdorf. Das Spektrum reicht von Gesundheitsthemen über die Seniorenhilfe bis zur Unterstützung von Hinterbliebenen nach Todesfällen oder der Integrationsarbeit mit Migranten.

Nun will die Einrichtung in der Bismarckstraße 101 verstärkt auf sich aufmerksam machen. Deshalb lief ein Team mit einem Bollerwagen voller Infomaterial in die Fußgängerzone Wilmersdorfer Straße, begleitet vom Charlottenburg-Wilmersdorfer Sozialstadtrat Carsten Engelmann.

Sozialstadtrat Carsten Engelmann spricht mit Apotheker Thomas Borg in den Wilmersdorfer Arcaden.
Sozialstadtrat Carsten Engelmann spricht mit Apotheker Thomas Borg in den Wilmersdorfer Arcaden.Foto: Cay Dobberke

Doch was tut man, wenn draußen bei Regenwetter wenig los ist? Dann geht man eben in die Läden.

Unter anderem lernten so Kunden der Feinkosthandlung Rogacki, der Bong-Apotheke und des Karstadt-Kaufhauses die Sozialeinrichtung kennen.

Selbsthilfekontaktstelle Selis verteilt Flyer in der Wilmersdorfer Straße, hier in der Feinkosthandlung Rogacki (Links: Rogacki-Prokurist Andreas Reuter, 2 v.l: Sozialstadtrat Carsten Engelmann).
Selbsthilfekontaktstelle Selis verteilt Flyer in der Wilmersdorfer Straße, hier in der Feinkosthandlung Rogacki (Links:...Foto: Cay Dobberke

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