Miteinander im Jessel-Kiez : Eine sichere Bank

Zehn Anwohner kümmern sich seit Jahren zuverlässig um die Sauberkeit am Leon-Jessel-Platz in Wilmersdorf. Sie würden sich mehr Mitstreiter wünschen.

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Die Initiative „Miteinander im Kiez“ (www.jessel-kiez.de) freut sich am 15. September über Mithelfer. Von 11 bis 14 Uhr werden auf dem Jessel-Platz bei schönem Wetter Bänke gestrichen; falls es regnet wollen die Mitglieder die Grünflächen pflegen und Blumenzwiebeln setzen. Kontakt können Sie zu den Initiatoren dieser Veranstaltung über einen Klick auf die Karte oben aufnehmen. Sie wollen sich an der Aktion beteiligen, aber an anderer Stelle aktiv werden? Hier können Sie Ihre eigene "Saubere Sache"-Aktion anmelden und mit dem Tagesspiegel in Kontakt treten.

Auf einen Streich.
Auf einen Streich.

Versteckt liegt der Leon-Jessel-Platz zwischen Hohenzollerndamm, Uhland- und Brandenburgischer Straße. Anwohner entspannen im Café, bei Sommerwetter toben Kinder um den Wasserpilz. Der kleine, erst 1984 angelegte Ort in Wilmersdorf ist ein Treffpunkt, sauber und gemütlich. Das ist auch ein Verdienst von Michael Müller und der Initiative „Miteinander im Kiez“. Ehrenamtliche in grünen Westen kümmern sich um den Platz sowie um die angrenzenden Straßen.

Gerade erst haben sie die sechs Bänke neu gestrichen. Seit sieben Jahren machen sie das, mittlerweile ist es der vierte Anstrich. Hilfe bekommt der 70-jährige Müller von der benachbarten Suchthilfeeinrichtung „Die Pfalzburger“, die zum Verein Tannenhof gehört. In der Arbeitstherapie drehen Klienten die 498 Schrauben der Bretter ab, schleifen und grundieren das Holz in der Werkstatt.

Das Gebäude, in dem sich die Einrichtung nun befindet, war Anlass für die Gründung der Bürgerinitiative. Einst Krankenhaus, später Asylheim stand es lange leer und sollte abgerissen, das Grundstück gewerblich genutzt werden. „Wir wollten aber einen bezirkseigenen Treffpunkt für Bürger, motiviert von der Lokalen Agenda 21“, sagt Müller. Im Jahr 2000 gründete sich die Initiative. Mit dem Bürgerhaus wurde es nichts, 2009 zog die Suchthilfeeinrichtung in das Gebäude. Zuvor gab es Proteste im Kiez, die Anwohner befürchteten Junkies und Drogendealer vor ihrer Haustür. Müller und seine Mitstreiter vermittelten; die Pfalzburger kümmern sich seither um den benachbarten Kinderspielplatz. Zusammen mit „Miteinander im Kiez“ sollen zwei Hochbeete in der Pfalzburger Straße bepflanzt werden.

Auf dem Leon-Jessel-Platz hat die Gruppe bereits drei Flächen begrünt und sich auch für eine Hundetoilette am Platzrand eingesetzt. Jedes Frühjahr werden die Anwohner zur Putzaktion aufgerufen. „Da kommt kaum jemand, obwohl wir plakatieren“, sagt Katrin Müller. „Aber es soll noch grüner, noch bunter werden und mehr Engagierte geben“, wünscht sich Helke Wendt-Schwarzburg. Die Initiative hat nur zehn aktive Mitglieder.

Das Ehepaar Müller zog vor fünf Jahren, nach 38 Jahren am Platz, nach Lankwitz. Am Leon-Jessel-Platz engagiert es sich dennoch weiter. „Das lässt einen ja nicht so einfach los. Christoph Spangenberg

Die Initiative „Miteinander im Kiez“ (www.jessel-kiez.de) freut sich am 15. September über Mithelfer. Von 11 bis 14 Uhr werden auf dem Jessel-Platz bei schönem Wetter Bänke gestrichen; falls es regnet wollen die Mitglieder die Grünflächen pflegen und Blumenzwiebeln setzen. Kontakt können Sie zu den Initiatoren dieser Veranstaltung über einen Klick auf die Karte oben aufnehmen. Sie wollen sich an der Aktion beteiligen, aber an anderer Stelle aktiv werden? Hier können Sie Ihre eigene "Saubere Sache"-Aktion anmelden und mit dem Tagesspiegel in Kontakt treten.

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