Saubere Sache : Bürgerinitiative pflegt den Lietzensee

Die „Bürger für den Lietzensee“ sind stille Helden - und Teil der Tagesspiegel-Aktion für ein sauberes Berlin. Im Gartendenkmal kämpfen sie gegen Krähen und unsensible Hundebesitzer – und für mehr Rücksicht. Machen auch Sie, liebe Leserinnen und Leser, bei unserem Aktionstag mit!

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Am 15. September wollen die Mitglieder Müll sammeln, Bänke reinigen und die Pflanzung von Blumenzwiebeln vorbereiten. Treffpunkt: Geräteschuppen im Südteil unterhalb der Kirche an der Herbartstraße, 10 Uhr. Helfer sind herzlich willkommen - klicken Sie einfach auf die Karte. Sie wollen mitmachen, aber an anderer Stelle aktiv werden? Hier können Sie Ihre eigene "Saubere Sache"-Aktion anmelden und mit dem Tagesspiegel in Kontakt treten.

Dienstagsgruppe in Aktion. Norbert Voß (rechts) und Manfred Kruse sind bei der Bürgerinitiative Lietzensee mit von der Partie. Einmal die Woche entfernen sie Wildwuchs und Unkraut in der denkmalgeschützten Anlage.
Dienstagsgruppe in Aktion. Norbert Voß (rechts) und Manfred Kruse sind bei der Bürgerinitiative Lietzensee mit von der Partie....Foto: Thilo Rückeis

Wir brauchen den Park und der Park braucht uns“, steht auf der Fahne, die am Ufer des Lietzensees weht. Gleich daneben fegen Brigitte Lütge und Norbert Voß das Laub zusammen und sammeln Müll von den Wegen. Architekt Voß ist vor zwei Jahren in die Nähe gezogen, suchte Entspannung im Lietzenseepark, stieß dort auf Mitglieder der Bürgerinitiative und beschloss mitzuarbeiten.

Brigitte Lütge war schon 2004 bei der Gründungsveranstaltung des Vereins „Bürger für den Lietzensee“ dabei. Weil dem Bezirk das Geld fehlte, beschlossen engagierte Anlieger, sich selbst der durch die Neue Kantstraße in zwei Hälften geteilten Parkanlage anzunehmen. So kümmert sich die „Dienstagsgruppe“ um die Pflege der Blumen, Büsche und Bäume, entfernt Müll und Unkraut. Größere Projekte wie die Beseitigung von Unrat und Treibgut aus dem See werden an jedem zweiten Samstag im Monat in Angriff genommen.

„Disteln rausziehen ist auch gut für die Figur“, ruft Brigitte Lütge einer Joggerin zu. Wenn sich am Wochenende ganze Familien oder Freundeskreise zum Picknick im Park treffen, geht sie schon einmal auf die Gruppen zu und stellt die Initiative vor. Dann bittet sie die Leute, daran zu denken, ihre Abfälle wieder mitzunehmen oder wenigstens in die Müllbehälter zu werfen.

Meist ist die Ansprache erfolgreich. „Ich habe schon das Gefühl, dass sich etwas verändert hat, die Menschen hier weniger Müll wegwerfen oder auch selbst einmal etwas aufheben.“

Leider sind da aber noch die Krähen, die oft bei der Futtersuche den Inhalt aus den Körben zerren. Geschlossene Behälter wären besser, doch die sind so teuer, dass es sowohl den Etat des Bezirksamtes als auch des Vereins übersteigt. Auch uneinsichtige Hundebesitzer, die ihre Vierbeiner frei im Park laufen lassen und auch die Hinterlassenschaften nicht beseitigen, versucht man zu sensibilisieren.

„Wir wollen auch ein Signal setzen, dass nicht der abstrakte Staat hinterher sauber macht, sondern dass wir alle gefragt sind“, sagt Udo Sonnenberg. Seit Ende 2010 ist der Inhaber einer auf politische Kommunikation und Lobbyarbeit spezialisierten Unternehmensberatung Vorsitzender der Initiative. „Man muss es einfach lernen“, sagt Sonnenberg und berichtet von der eigenen Kindheitserfahrung: „Wenn wir in unserem Dorf etwas liegen gelassen haben, hat sich der Pastor aufgeregt und der Bürgermeister hat meine Eltern angesprochen.“

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