Saubere Sache in Kreuzberg : Politik mit der Gartenhacke
29.08.2012 00:00 UhrDie Bezirksverwaltung stutzte die Beete
Die Kiezgärtner sind inzwischen offiziell für ihre Baumscheiben verantwortlich. Es gibt für die Flächen einen Pflegevertrag mit dem Bezirk. Das hält die Bezirksverwaltung nach Angaben der Anwohner nicht davon ab, sich gelegentlich recht unsensibel in die Bewirtschaftung der Baumscheiben einzumischen. Britta Bredel erzählt: „Wenn Arbeiter zum Beschneiden der Bäume vorbeikommen, müssen wir schon mal sagen, Vorsicht, Sie stehen da mitten in einem Blumenbeet.“ Die Pflanzen der Anwohner wurden auch schon drastisch von Mitarbeitern des Bezirksamtes gestutzt – ein „Abstimmungsproblem“, wie das Amt einräumt.
Nicht nur die Behörden setzen den Beeten zu. Passanten rupfen Blumen aus der Erde, sind um Ausreden nicht verlegen. „Da hört man lustige Geschichten, etwa: Ich bin so verliebt und brauche dringend Blumen“, erzählt Brita Bredel. Auch Hunde nehmen wenig Rücksicht. Die Pflanzaktivisten haben deshalb einen harmlosen, aber wirkungsvollen Schutz installiert: ein paar Schnüre, die zwischen den Pflanzen gespannt sind.
Die Hobbygärtner der „Politischen Baumscheibe“ sind überzeugt, dass sich ihre Arbeit lohnt. Sie berichten von vielen positiven Rückmeldungen aus dem Kiez. Auch von solchen, die sie nicht erwartet haben. „Da steht dann schon mal ein von oben bis unten tätowierter Punk vor dem Beet und freut sich über die Blütenpracht.“
Am 15. September will die „Politische Baumscheibe“ (diepolitischebaumscheibe.wordpress.com) im Rahmen unserer Aktion "Saubere Sache" ihre Beete aufräumen und neue Pflanzen setzen. Treff für alle, die mithelfen oder sogar halbschattentaugliche Pflanzen beisteuern wollen, ist um 10.30 Uhr, Reichenberger Str. 98.















