Mehringplatz : Zurück zu alter Schönheit

Der Mehringplatz, einst prächtig, wurde sozialer Brennpunkt. Anwohner haben begonnen, ihn zu pflegen. Zusammen mit dem Platzgärtner haben Anwohner gemeinsam am Mehringplatz mehrere Beete bepflanzt, um den Platz schöner zu machen. Am Aktionstag pflegen sie gemeinsam die Grünanlagen. Helfer sind willkommen!

Marius Gerads

Am 15. September ist jeder eingeladen, von 12 bis 14 Uhr auf den Mehringplatz zu kommen und zusammen mit den Anwohnern und dem Gärtner die Blumenbeete zu pflegen und Rindenmulch zwischen den Blumen zu verteilen. Kontakt können Sie zu den Initiatoren dieser Veranstaltung über einen Klick auf die Karte oben aufnehmen. Dort erfahren Sie auch den genauen Treffpunkt. Sie wollen sich an der Aktion beteiligen, aber an anderer Stelle aktiv werden? Hier können Sie Ihre eigene "Saubere Sache"-Aktion anmelden und mit dem Tagesspiegel in Kontakt treten.

Ab ins Beet. Mit Gärtner Heinrich Fust (links) pflanzen Hans-Rudolf Tosch, Gudrun Rahm, Joachim Rauschenbach am Mehringplatz. 16 Beete sind zu pflegen. Foto: Mike Wolff
Ab ins Beet. Mit Gärtner Heinrich Fust (links) pflanzen Hans-Rudolf Tosch, Gudrun Rahm, Joachim Rauschenbach am Mehringplatz. 16...Foto: Mike Wolff

Schön ist der Mehringplatz derzeit noch nicht. Eine große Baugrube klafft in der Mitte und die Grünanlagen hinter dem Bauzaun sind verwildert. Die Leute laufen nur drüber, weil sie zum U-Bahnhof wollen oder auf dem Weg zum Checkpoint Charlie sind. Zum Verweilen lädt das Kreuzberger Gelände am Ende der Friedrichstraße wirklich nicht ein. Das war nicht immer so. Vor dem Zweiten Weltkrieg war der Mehringplatz neben dem Pariser Platz eines der zentralen und attraktivsten Innenstadtareale überhaupt. 1730 war er bei der Stadterweiterung Alt-Berlins angelegt worden.

Die guten alten Zeiten wollen Anwohner gern zurückholen. „Es soll wieder einer der schönsten Plätze werden“, sagt Mareike Stanze vom Quartiersmanagement am Mehringplatz. Dafür packen die Anwohner auch tatkräftig an. Zusammen mit Platzgärtner Heinrich Fust haben sie an drei Tagen fast alle 16 Blumenbeete mit Rhododendren, Rosen und Lavendel bepflanzt. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Anwohner später respektvoller mit den Blumenbeeten umgehen, wenn sie beim Bepflanzen geholfen haben“, sagt der 60-jährige Fust.

Gesponsert hat die Blumen die Wohnungsbaugesellschaft Gewobag. Sie ist einer der großen Hauseigentümer am Mehringplatz. Zusammen mit Anwohnern, Eigentümern und dem Bezirk hat das Quartiersmanagement am Mehringplatz vor einem Jahr ein Workshop-Wochenende veranstaltet. Alle zusammen überlegten sie, wie man den Mehringplatz wieder verschönern könnte. Grüner werden sollte der Platz und erneut ein Treffpunkt für die Anwohner. Deswegen hat das Quartiersmanagement zu der Bepflanzungsaktion aufgerufen.

Auch Gudrun Rahm hat beim Einpflanzen der Blumen geholfen. „Für mich ist es selbstverständlich, dass man als Anwohner mitmacht“, sagt sie. „Es ist wichtig, dass der Mehringplatz grüner wird.“ Schon zu Mauerzeiten galt das von einem Häuserring eingefasste Rondell als sozialer Brennpunkt am westlichen Stadtrand; seit der Wende zählt es wieder zur absoluten Innenstadtlage. „Heute haben wir hier eine Anwohnerschaft, die sich dafür einsetzt, den Mehringplatz aufzuwerten“, sagt Kristijana Penava vom Quartiersmanagement.

Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg hat den Mehringplatz und die umliegenden Straßen offiziell zum Sanierungsgebiet erklärt, dadurch kann er mehr Geld für die Sanierung bereitstellen. Jetzt warten alle darauf, dass die Baustelle am U-Bahnhof fertig wird, damit weiter verschönert werden kann. Zum Beispiel soll auch die 1843 errichtete Friedenssäule mit dem Engel wiedererrichtet werden. Vielleicht findet der Mehringplatz mithilfe seiner Anwohner wieder zu altem Glanz zurück.

Am 15. September ist jeder eingeladen, von 12 bis 14 Uhr auf den Mehringplatz zu kommen und zusammen mit den Anwohnern und dem Gärtner die Blumenbeete zu pflegen und Rindenmulch zwischen den Blumen zu verteilen. Kontakt können Sie zu den Initiatoren dieser Veranstaltung über einen Klick auf die Karte oben aufnehmen. Dort erfahren Sie auch den genauen Treffpunkt. Sie wollen sich an der Aktion beteiligen, aber an anderer Stelle aktiv werden? Hier können Sie Ihre eigene "Saubere Sache"-Aktion anmelden und mit dem Tagesspiegel in Kontakt treten.


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