Saubere Sache an der Clara-Grunwald-Grundschule : Aktion müllfreies Wäldchen

Dass in der Nachbarschaft gedealt wird, soll unterbunden werden. Jetzt darf der Spielplatz abgeriegelt werden – und die Kinder rufen auf zum großen Putztag unter Bäumen. Machen auch Sie mit beim Tagesspiegel-Aktionstag "Saubere Sache"!

Jessica Tomala

„Saubere Sache“: an der Clara-Grunwald-Schule am Montag, 17. September von 8 bis 11.30 Uhr im Robinienwäldchen und am Ida-Wolff-Platz in der Halleschen Straße. Sie wollen an anderer Stelle aktiv selbst aktiv werden? Hier können Sie Ihre eigene "Saubere Sache"-Aktion anmelden und mit dem Tagesspiegel in Kontakt treten.

Kleine Feger. Wieso nicht mal den Waldboden säubern? Im Falle der Clara-Grunwald-Grundschule Kreuzberg macht das Sinn. Denn der benachbarte Robinienhain wird von den Kindern und Jugendlichen mitgenutzt. Bisher fanden sich dort immer wieder die Hinterlassenschaften von Drogendeals – ein Missstand, der jetzt beendet werden soll.
Kleine Feger. Wieso nicht mal den Waldboden säubern? Im Falle der Clara-Grunwald-Grundschule Kreuzberg macht das Sinn. Denn der...Foto: Davids

Als Schulleiterin Angelika Gusinda von der Clara-Grunwald-Schule in Kreuzberg mit Besen, blauen Müllbeuteln, kleinen Greifzangen, Schaufeln und Gartenhandschuhen aus dem Schulgebäude an der Halleschen Straße tritt, drängen sich Wahaj, Yassra, Lilly, Carlo und ihre Klassenkameraden bereits aufgeregt vor der Tür. „Ich nehme die Schaufel“, ruft Lilly. „Und ich die Handschuhe“, sagt Carlo, als er sich durch die Traube der Schüler nach vorne drängelt.

Allein beim Probelauf für die Tagesspiegel-Aktion „Saubere Sache“ können es die Grundschulkinder der vierten bis sechsten Klasse kaum erwarten, ihre Gartenhandschuhe überzuziehen, den Besen zu schnappen und möglichst viel Müll in die blauen Tüten zu stopfen. „Etwa 50 unserer Schüler werden sowohl den Ida-Wolff-Platz wie auch das Robinienwäldchen direkt neben unserer Schule gemeinsam sauber machen“, sagt die Rektorin durchaus ein wenig stolz. Der Ida-Wolff-Platz mit seinen mit Graffiti besprühten Sitzmöglichkeiten liegt an der Stresemannstraße/Ecke Hallesche Straße und somit in nächster Nähe zur Grundschule. „Leider ist das ein ziemlich hässlicher Platz“, sagt die Schulleiterin. „Wir mussten sogar ein Stück von unserem Schulhof opfern, weil der Platz eine bestimmte Form haben sollte.“

Zum Robinienwäldchen, das direkt an den Hof der Grundschule grenzt, haben die Kinder eine ganz besondere Beziehung. „Hier wird oft gespielt. Manchmal findet aber auch der Biologieunterricht im Freien statt. Im Jahr 2010 haben wir beim Bezirksamt auch beantragt, dass das Wäldchen ein Naturerlebnisraum für die Kinder werden soll“, sagt Angelika Gusinda. Die Kinder sollen im Wäldchen dann die Natur entdecken können, sich dort frei bewegen, auf Bäume klettern oder vielleicht sogar Baumhäuser bauen können. Im Sommer 2011 wurde der Naturerlebnisraum dem Stadtrat vorgestellt. „Jetzt befinden wir uns in Gesprächen und hoffen, dass das Wäldchen bald von den Kindern als naturnaher Lernspielplatz genutzt werden kann.“

Bis dahin hat die Kreuzberger Schule, an der Tagesspiegel-Mitarbeiter als Lesepaten im Einsatz sind, aber noch Sorgen mit dem Wäldchen. „Dort werden leider Drogengeschäfte abgewickelt. Dass heißt, man findet da auch immer mal wieder Spritzbestecke oder Ähnliches.“ Deswegen habe sie auch im Schülerparlament vor der Putzaktion mit den Kindern besprochen, wie wichtig es ist, dass sie diese Utensilien gar nicht erst anfassen. „Die Kinder wissen, dass sie zum Beispiel Spritzen nicht in die Hand nehmen dürfen. Und wenn sie Drogen finden, sollen sie auch sofort in der Schule Bescheid sagen.“

Weil das Robinienwäldchen direkt an den Schulhof angrenzt, hat die Schulleiterin den zuständigen Bezirksstadtrat darum gebeten, ihren Spielplatz erst einmal absperren zu dürfen. „Die Erlaubnis dafür haben wir bekommen. Wir sind dabei, große Schlösser und Ketten zu kaufen, um die Zugänge abzuriegeln, damit Fremde nicht mehr auf den Schulhof kommen können.“ Ein gutes Resultat wäre für die Lehrerschaft, wenn das Wäldchen nach der Putzaktion tatsächlich sauber bleiben würde und nicht mehr von Drogenabhängigen aufgesucht würde.

Am Aktionstag, der für die Clara-Grunwald-Schule nicht am 15. September, sondern erst an einem Schultag, dem 17. September stattfindet, wird jede Klasse von je zwei Aufsichtspersonen begleitet. Klassenlehrerin Brigitte Hegenbart macht sich aber keine Sorgen, dass der Tag für die Kinder zu anstrengend werden könnte: „Ich glaube, das wird eher ein wenig Erholung sein – im Gegensatz zum sonstigen Schulalltag.“ Das Robinienwäldchen kennen die Schüler auch schon vom Sponsorenlauf, den die Montessorischule dort einmal im Jahr veranstaltet. Dann laufen die Kinder für einen guten Zweck, pro Runde gibt es 50 Cent von Unterstützern wie Firmen, Eltern oder Großeltern. „Darauf freuen sich jetzt schon alle.“ Der Erlös kommt dem schuleigenen Förderverein zugute, es werden Geräte und Spielsachen angeschafft. Und alle haben etwas dafür getan. „Als letztes Mal Lesepaten vom Tagesspiegel bei uns waren, wurde mit den Kindern schon über die Putzaktion gesprochen.“ Und auch da gilt wieder das Motto: Alle gemeinsam für die Schule.

„Saubere Sache“: an der Clara-Grunwald-Schule am Montag, 17. September von 8 bis 11.30 Uhr im Robinienwäldchen und am Ida-Wolff-Platz in der Halleschen Straße. Sie wollen an anderer Stelle aktiv selbst aktiv werden? Hier können Sie Ihre eigene "Saubere Sache"-Aktion anmelden und mit dem Tagesspiegel in Kontakt treten.

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