Saubere Sache in Neukölln : Damit der Tanztee wieder Spaß macht

Als das Haus des Älteren Bürgers 1983 in Neukölln eröffnet wurde, war es die erste Tagespflegeeinrichtung in Deutschland. Nun sucht es Helfer zum Bäume Schneiden und Holzmöbel Lasieren. Im Anschluss wird gegrillt.

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„Zu uns kommen Besucher aus dem gesamten Bezirk“, sagt Sozialarbeiterin Monika Fritsch-Behrens. Das Haus des Älteren Bürgers sucht Helfer zum Bäume Schneiden und Holzmöbel Lasieren. Im Anschluss wird gegrillt
„Zu uns kommen Besucher aus dem gesamten Bezirk“, sagt Sozialarbeiterin Monika Fritsch-Behrens. Das Haus des Älteren Bürgers sucht...Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Besteck klappert auf Tellern, Stühle schaben über die Bodenfliesen, Essensduft steigt in die Nase. Stimmen schwirren durch den Raum, es wird begrüßt, gelacht und geplaudert. Am späten Vormittag wird es voll im Restaurant im Haus des Älteren Bürgers in Neukölln. Einige vertreiben sich so die Wartezeit bis zum wöchentlichen Höhepunkt: Tanztee mit Live-Musik. Das Haus des Älteren Bürgers im Rollbergviertel ist ein Beratungs-, Therapie- und Begegnungszentrum für Senioren. Unter einem Dach finden sich gut ein Dutzend Einrichtungen.

Es gibt eine Seniorenberatung, eine interkulturelle Beratungsstelle, eine Tagespflege für Demenzkranke, einen Pflegestützpunkt, eine Sozialstation, eine Physiotherapiepraxis, ein Senioren-Internetcafé und eine Fördergruppe für Menschen mit Behinderungen. Außerdem hat die Ehrenamtsagentur Neukölln im Haus ihren Sitz.

So groß wie das Angebot, so groß ist auch der Einzugsbereich. „Zu uns kommen Besucher aus dem gesamten Bezirk“, sagt Sozialarbeiterin Monika Fritsch-Behrens. Sie kommen zum Bingo, zum Kartenspielen, zum Tanzen oder um auf der Kegelbahn im Keller alle Neune zu werfen. Es gibt Englischkurse, Ausflüge, Bastelnachmittage, Gymnastikgruppen und einen Seniorenchor.

Als das Haus des Älteren Bürgers 1983 eröffnet wurde, war es die erste Tagespflegeeinrichtung in Deutschland. Inzwischen ist eine gemeinnützige GmbH Trägerin. Je dünner die öffentliche Finanzierung, umso wichtiger werden ehrenamtliche Helfer. Monika Fritsch-Behrens und ihre Kollegin haben beide nur eine halbe Stelle. „Ohne die Hilfe von Freiwilligen könnten wir unser Angebot nicht aufrechterhalten“, sagt sie.

So wie Horst Krusch, der so etwas ist wie das Mädchen für alles. Der 60-Jährige kam vor vier Jahren als 1-Euro-Jobber. Nach einem Schlaganfall, von dem er sich glücklicherweise gut erholt hat, ist er jetzt als Bufdi wieder da – er leistet Bundesfreiwilligendienst. Er packt im Garten mit an, bringt Besucher zu ihrem Ziel, begleitet Ausflüge. Einen Wunsch allerdings erfüllt er Monika Fritsch-Behrens nicht: „Beim Tanzen und Singen mach’ ich nicht mit“, sagt er und lacht.

Jeden Tag ist Horst Krusch da, gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern. Doch für größere Projekte fehlt ihnen die Zeit: Die Bänke im Vorgarten müssen mal wieder abgeschliffen und lasiert, die Bäume ausgeschnitten werden, auch die Holzmöbel auf der großen Dachterrasse im dritten Stock brauchen einen neuen Schliff. Diese Aufgaben wollen Horst Krusch und die anderen am Aktionstag anpacken – gemeinsam mit Helfern. Anschließend wird zum Grillen auf der Dachterrasse eingeladen. Vielleicht finden sich sogar Tänzer.

Das Haus in der Werbellinstraße 42 sucht acht Helfer, die am 13.9. von 10 bis 17 Uhr helfen, den Vorgarten zu verschönern. Anmeldung bei Monika Fritsch-Behrens, Tel. 6818062 oder: mail@alter-nativ.org

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