Saubere Sache in Marienfelde : Ja, sind wir im Wald hier?

Die Bewohner der Degewo-Siedlung Mariengrün wollen den Naturschutzpark Marienfelde verschönern, der Zuhause von hunderten seltenen und zum Teil vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten ist.

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Ab in den Wald.Christine Meinhold-Gerht (degewo) und Ranger Björn Lindner freuen sich auf Helfer. die am 14. September streichen und pflanzen wollen.
Ab in den Wald.Christine Meinhold-Gerht (degewo) und Ranger Björn Lindner freuen sich auf Helfer. die am 14. September streichen...Foto: Georg Moritz

Björn Lindner ist der einzige Ranger Berlins und Chef im Naturschutzpark Marienfelde. Hier am südlichen Stadtrand entstand auf einer ehemaligen Müllkippe ein einzigartiger Biotop, der gerade den rund 6000 Bewohnern der nahen Degewo-Siedlung Mariengrün als Naherholungsgebiet dient. So ist auch eine Partnerschaft zwischen der Wohnungsbaugesellschaft und der Naturschutzstation entstanden, die am 14. September zu einer großen Verschönerungsaktion im Park führt.

Einst gab es auf dem 120 Hektar großen Areal am Diedersdorfer Weg eine der Müllkippen des damaligen West-Berlin. In den 80er Jahren entstand ein Freizeitpark, doch bei der Gestaltung übersah man, dass aus der abgedeckten Deponie Methangas strömte. 2001 gab es eine Explosion und der Park wurde einige Jahre geschlossen. „Das war der Start für den Siegeszug der Natur“ sagt Lindner. Im Laufe der Zeit siedelten sich hunderte von seltenen und zum Teil vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten an. 2007 wurde mit der Umwandlung zum Naturschutzpark begonnen. Genauso lange ist Björn Lindner dabei. Unter seiner Leitung ist eine beeindruckende Anlage entstanden, die ihresgleichen sucht, aber außerhalb von Marienfelde kaum bekannt ist.

Drei Wege führen vorbei an Rast- und Verweilstationen, wo Spaziergänger mit etwas Glück Zauneidechsen, schlitzäugige Knoblauchkröten und Ringelnattern beobachten können. Die Wiesen werden von Moor- und Heidschnucken kurz gehalten und bei den Führungen erfahren die Teilnehmer, dass es sich beim vermeintlichen Unkraut am Wegesrand um so seltene Pflanzen wie den Roten Zahntrost oder den Kleinen Klappertopf handelt.

Gerade entsteht ein Freilandlabor, in dem Kids die Natur künftig hautnah erleben können. In der Naturschutzstation hat Lindner das Grüne Klassenzimmer eingerichtet, in dem Kinder bei einwöchigen Ferienkursen an 14 Stationen die Natur kennen und erleben lernen. Erfolgreiche Absolventen können Mitglied der Junior Ranger werden und regelmäßig mithelfen. Öffentliche Zuschüsse gibt es kaum, ohne die Unterstützung von Firmen wie dem Unternehmensnetzwerk Motzener Straße und Privatinitiativen ließe sich kaum etwas bewegen. Die Kooperation mit der Degewo begann im vergangenen Jahr, als sich Mariengrün-Quartiermanagerin Christine Meinhold-Gerth und Björn Lindner auf einem Stadtteilforum kennenlernten. Für die Bewohner der Siedlung, die gegenwärtig saniert und um einen neuen Komplex mit 52 Wohnungen erweitert wird, ist der Park das optimale Naherholungsgebiet.

Am 14. September treffen sich um 10 Uhr viele Anwohner, Marienfelder Schüler und Mitglieder des Nachbarschaftsvereins, des TSV Marienfelde, des 1. FC Stern sowie des Quartierbüros W40 vor der Naturschutzstation am Diedersdorfer Weg 5. Sie werden Holztische, -bänke und -zäune streichen und Bäume pflanzen. Mit Hilfe von Kindern und Jugendlichen wird außerdem der Infopavillon auf Vordermann gebracht und um 12 Uhr mit einer kleinen Feier und einem anschließenden Parkrundgang wieder in Betrieb genommen.

Helfer melden sich unter 2648 52103 oder christine.meinhold-gerth@degewo.de

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