Ein Zusammenkommen der Kulturen

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Gemeinsame Sache Treptow-Köpenick 2017 : Wenn Aufräumen zur Schatzsuche wird
von , und Jana Pajonk, Laura Weigele, Felix Keßler


Erklär mal Ehrenamt

Eine Begegnung im Garten des Kiezklubs Alte Schule in Adlershof. Es gibt warmen Apfelkuchen.
Eine Begegnung im Garten des Kiezklubs Alte Schule in Adlershof. Es gibt warmen Apfelkuchen.Foto: Jana Pajonk

„Ehrenamt bedeutet in meiner Heimat Gutes tun, Menschen helfen ohne Geld zu bekommen. Oft passiert das mit internationalen Organisationen, die Brunnen oder Krankenhäuser bauen - gemeinsam mit Volunteers“, sagt Sylvia Raharison aus Madagaskar. Sie ist Lehrerin des hiesigen Deutschkurses für geflüchtete Menschen.

Im Kiezklub Alte Schule in Adlershof versammelten sich Freitagvormittag Geflüchtete, Rentnerinnen aus dem Kurs Gedächtnistraining und Ehrenamtliche der Sternenfischer zum warmen Apfelkuchen im Garten. Sie sprachen angeregt darüber, was Ehrenamt in ihren Kulturen bedeutet. Für Sylvia Raharison ist Ehrenamt „…grün, die Farbe der Hoffnung“.

Telefondienst mit Kultur

Der Verein KulturLeben Berlin e.V. as Köpenick stellt sich vor.
Der Verein KulturLeben Berlin e.V. as Köpenick stellt sich vor.Foto: Jana Pajonk

Menschen mit geringem Einkommen Teilhabe am kulturellen Leben der Stadt ermöglichen - darum geht es dem Verein KulturLeben Berlin e.V.. 15.000 Gäste haben sich seit Gründung registiert. Ihnen stehen jeden Monat 3.000-4.000 Karten zur Verfügung. Um die Verteilung der Karten kümmern sich Ehrenamtliche.

"Wir brauchen Leute, die uns im Büro beim Telefonieren unterstüzen", sagt Leiterin Lieske. "Denn um die vielen Karten loszuwerden, arbeiten wir jetzt jeden Tag." Zwei Interessenten haben Sie am Freitagvormittag auf dem Marktplatz in Friedrichshagen gefunden. 

Fröhliches Laubharken

Herbstliche Gartenaktion im Kiezklub im Myliusgarten in Köpenick.
Herbstliche Gartenaktion im Kiezklub im Myliusgarten in Köpenick.Foto: Jana Pajonk

Ein munterer Haufen junggebliebener ehrenamtlicher Helfer aus Friedrichshagen fegte am Freitagnachmittag das Laub im Garten der Kiezklub im Myliusgarten 20 zusammen. Nicht nur die Menschen, die viel Zeit hier beim Singen, Tanzen, Musizieren, Skat-, Schach- oder Theaterspielen, sondern auch Freunde und Nachbarn waren gekommen, um mit anzupacken.

Weder der Regen noch das Alter konnte die Stimmung trüben. Alle, die dabei waren, von denen viele über 60 Jahre alt waren, fegten leichtfüßig durch die Gegend. Die Dankbarkeit für den Ort, den sie hier haben, war überall zu spüren.

Pflaumen satt

Alles Pflaume, beim Pflaumenfest in Köpenick.
Alles Pflaume, beim Pflaumenfest in Köpenick.Foto: Bettina Heyn

Eigentlich sollte es erst um 14 Uhr losgehen, aber vier Damen aus dem Seniorenheim Müggelschlößchenweg saßen schon halb zwei am Tisch und schnippelten was das Zeug hielt. Der NP Markt nebenan hatte für die Aktion etliche Kilogramm Pflaumen gespendet. Kurz nach zwei kamen zehn Frauen und 15 Kinder aus der nahegelegenen Unterkunft für Geflüchtete Allende II hinzu, darunter auch ehrenamtlichen Patinnen. Die Kinder bestreuselten den Kuchen und rührten tapfer in den großen Töpfen die Pflaumenmarmelade. Die Seniorinnen halfen dabei. Der säuerliche Geschmack des Kuchens war ein ungewöhnlicher Geschmack für einige Geflüchtete. Sie nahmen erstmal nur drei Gläser Marmelade mit, zum Probieren.

Erst sauber, dann bunt

Die Müllerecke in Köpenick wird vom Müll befreit.
Die Müllerecke in Köpenick wird vom Müll befreit.Foto: Jana Pajonk

14 Jugendliche und acht Erwachsene aus dem Kinder- und Jugendclub Kiezspindel machten sich am Freitagnachmittag im Nieselregen auf zur Müllerecke. Sie säuberten die beliebte Badestelle, die im Sommer gern von Anwohnern besucht wird. Mit von der Partie war Jörg-Dieter Schwankert, der zweimal wöchentlich Lesewerkstatt, Kochen und Hausaufgaben im Jugendclub betreut und in diesem Sommer einmal pro Woche sämtlichen Müll von der Badestelle entfernt hatte. "Nur zuhause sitzen und Briefmarken sortieren, das ist nichts für mich", sagt der rüstige 74-Jährige. Während er den letzten Heckenschnitt vornahm, durften die Jugendlichen zur Belohnung ihrer Arbeit einen Container mit Graffiti dekorieren.

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