Saubere Sache in Steglitz : Einsatz am Platz

Früher saßen sie einfach dort rum. Jetzt engagieren sich junge Steglitzer am Hermann-Ehlers-Platz – unterstützt vom Roten Kreuz.

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- Am 15. September von 17 bis 19 Uhr wollen die Mitglieder des Runden Tisches den Hermann-Ehlers-Platz putzen. Helfer sind willkommen, Treffpunkt ist der Brunnen in der Platzmitte. Anmeldung ist nicht notwendig. Wer auch für weitere Aktionen Kontakt zum Runden Tisch sucht, kann sich an Platzmanagerin Doreen Faber wenden: Kontaktinformationen gibt es über einen Klick auf die oben eingefügte Karte. Sie wollen sich an der Aktion beteiligen, aber an anderer Stelle aktiv werden? Hier können Sie Ihre eigene "Saubere Sache"-Aktion anmelden und mit dem Tagesspiegel in Kontakt treten.

Blumengrüße vom Runden Tisch. Platzmanagerin Doreen Faber mit ihrem Sohn Jamie (vorne rechts), den Streetworkern Ümit Urkal und George Gerz (links und Mitte) sowie den jungen Steglitzer Aktiven Denis Andres und Marco Krause. Foto: Mike Wolff
Blumengrüße vom Runden Tisch. Platzmanagerin Doreen Faber mit ihrem Sohn Jamie (vorne rechts), den Streetworkern Ümit Urkal und...Foto: Mike Wolff

Ursprünglich wollten die Teilnehmer eines Runden Tisches für den Hermann-Ehlers-Platz in Steglitz vor allem die spärliche Bepflanzung der drei Hochbeete durch bunte Blütenpracht ersetzen. Weil die Pflanzen aber nicht mehr lange blühen würden, geht es nun am Aktionstag des Tagesspiegels erst einmal ums Putzen des Areals – und besonders der Beete, in denen oft leere Dosen und andere Abfälle landen. Die BSR stellt Besen, Schaufeln und Müllsäcke bereit.

Ein paar Blumen hat die Initiative aber doch schon jetzt gepflanzt, um symbolisch auf die Verschönerungspläne hinzuweisen. Zum Putztag erwartet Projektleiterin Doreen Faber vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) mindestens 20 junge Leute, die bereits zugesagt haben, und weitere engagierte Bürger.

Die Aktion steht in einem größeren Zusammenhang: Teilnehmer des Runden Tisches Hermann-Ehlers-Platz haben bereits diverse Projekte geplant und umgesetzt. Die drehten sich vor allem um die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich allabendlich und vor allem am Wochenende auf dem Platz treffen. Es gab ein Graffiti-Projekt, in dem Geschäftsinhaber rund um den Hermann-Ehlers-Platz Graffiti-Kunst der jungen Leute in ihren Läden ausstellten. Ein andermal wurden Hautbemalungen mit Henna-Farben ausprobiert, und einmal parkte sogar ein Bus mit eingebautem Musikstudio am Platzrand. Interessenten konnten eigene Videoclips aufnehmen, die jetzt im Internet zu sehen sind.

Vor zwei bis drei Jahren war der belebte Platz zwischen dem Rathaus Steglitz, dem Steglitzer Kreisel, dem „Schloss-Center“ und der Stadtautobahn in die Schlagzeilen geraten. Betrunkene Jugendliche und junge Erwachsene prügelten sich dort, pöbelten Passanten an, rangelten manchmal auch mit Polizisten, hinterließen Müll und beschädigten die Anlage.

Das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf beauftragte eine gemeinnützige Gesellschaft des Roten Kreuzes – die DRK Berlin-Südwest Soziale Arbeit, Beratung und Bildung gGmbH – zunächst mit einer Untersuchung. Dann kamen Streetworker zum Einsatz, die laut einer Sprecherin „schnell einen guten Kontakt zu den Jugendlichen aufbauen und ihr Vertrauen gewinnen konnten“. Und seit September 2011 treffen sich Interessierte alle zwei Monate im Haus der Familie des DRK oder auf dem Platz zu einem Runden Tisch – darunter auch Gewerbetreibende, Polizeivertreter und Mitarbeiter des Jugendamts. Inzwischen sei die Situation „viel besser geworden“, sagt Ümit Urkal, einer der Streetworker.

So sehen es auch der 22-jährige Denis Andres, der eine Ausbildung zum Werbedesigner anstrebt, und der angehende Metallbauer Marco Krause (21) aus Steglitz. „Der Platz ist unser Ausgangspunkt, bevor wir etwas mit Freunden unternehmen“, sagt Andres, „ich bin seit einem Jahrzehnt hier und will etwas ändern.“ Deshalb nahmen sie die Einladung der Streetworker zum Runden Tisch an. Bei dem Musikvideoprojekt zum Beispiel seien sogar manche andere Jugendliche, mit denen der Umgang sonst schwerer fiel, „plötzlich zuverlässig geworden“, staunt Platzmanagerin Faber. Die Präsenz der Streetworker sei wichtig: „Das Vertrauen ginge verloren, wenn wir nicht mehr da wären.“

Zurzeit finanziert die DRK-Gesellschaft alle Aktionen. Händler und Anrainer beteiligten sich bisher nur ideell, wie etwa bei der Graffiti-Ausstellung.

Das Aussehen der Klinkerstein-Beete ist nicht nur den Engagierten vom Runden Tisch ein Dorn im Auge. Landschaftsplanerin Martina Herold, die im Rahmen der Tagesspiegel-Serie „Platz da!“ im Frühjahr ein Konzept für den Platz erarbeitet hatte, schlug sogar die Abtragung vor. Die Hochbeete behinderten nur den Wochenmarkt und seien unzureichend bepflanzt. Bleibt also Spielraum für eine Frühjahrsaktion.

- Am 15. September von 17 bis 19 Uhr wollen die Mitglieder des Runden Tisches den Hermann-Ehlers-Platz putzen. Helfer sind willkommen, Treffpunkt ist der Brunnen in der Platzmitte. Anmeldung ist nicht notwendig. Wer auch für weitere Aktionen Kontakt zum Runden Tisch sucht, kann sich an Platzmanagerin Doreen Faber wenden: Kontaktinformationen gibt es über einen Klick auf die oben eingefügte Karte. Sie wollen sich an der Aktion beteiligen, aber an anderer Stelle aktiv werden? Hier können Sie Ihre eigene "Saubere Sache"-Aktion anmelden und mit dem Tagesspiegel in Kontakt treten.

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