Berlin : Sawis J. schlug auch an eigener Schule zu

Neue Vorwürfe gegen den Jungen, der fünf Lehrer verletzte

Jörn Hasselmann

Der 16-jährige Sawis J. hat vor drei Wochen auch an seiner eigenen Schule einen Lehrer angegriffen. Von dem Vorfall an der Leistikow-Schule in Zehlendorf berichtet der Schulleiter: „Als ein Sportlehrer ihn bat, die Tür frei zu machen, schlug der Neuntklässler ihn heftig gegen die Brust und beschimpfte ihn als Hurensohn“, sagte Horst Winkler dem Tagesspiegel. „Deswegen betreiben wir den Verweis von der Schule.“ Der Junge sei berüchtigt, „doch es ist eine sehr lange Prozedur, ihn runterzubekommen“. In die Leistikow-Schule geht Sawis seit etwa drei Jahren – nachdem er zuvor wegen einer Gewalttat von einer Steglitzer Schule verwiesen worden war. Sawis J. hatte am vergangenen Donnerstag in der Schule seiner Freundin fünf Lehrer niedergeschlagen.

Am Montag wird Sawis J. nicht zur Schule gehen – denn er sitzt seit Freitag in Untersuchungshaft. Darüber ist Schulleiter Winkler froh. Vorsichtshalber hatte er den 16-Jährigen für 14 Tage vom Unterricht suspendiert, als er von dem Vorfall an der Heinemann-Schule erfuhr.

Wie berichtet, hatte die Polizei in der Vergangenheit schon in 62 Fällen gegen den Jungen ermittelt. Er war aber nie verurteilt worden. Innensenator Ehrhart Körting begrüßte in der SFB-Abendschau die Entscheidung des Gerichts. „Er ist in Haft, und das halte ich für konsequent.“ Angebliche Drohungen der Mutter von Sawis, ihr Mann werde sich um den stellvertretenden Schulleiter der Gustav-Heinemann-Oberschule „kümmern“, wenn ihr Sohn nicht freigelassen werde, kritisierte Körting scharf und forderte Konsequenzen. „Wenn die Mutter mit den selben Drohkulissen arbeitet, hat der Junge in dem Haus nichts zu suchen, und den Eltern muss das Sorgerecht entzogen werden.“ Auch Schulleiter Winkler bestätigt, dass Sawis J. in der Schule damit prahle, dass ihm sein Vater das Zuschlagen erlaubt habe. Drohungen gehörten bei dem Jungen zum Alltag. „Man hat ja gesehen, dass er seine Drohungen auch wahrmacht.“ Der Jugendliche sei nicht bereit für ein Gespräch – das bestätigt auch die Polizei: „Der wollte nicht mit uns sprechen.“ Wie berichtet, verteidigt der aus dem Iran stammende Vater seinen Sohn: „Ich bin stolz, dass er sich gewehrt hat.“

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