Berlin : Schach dem Herrn Kommissar

Eva Stern

Unter der Oberfläche Berlins wuchert weiterhin ein Geflecht aus ost-westlichen Beziehungen aus der Vergangenheit. Richard Wagner, der aus Rumänien stammt, hat in seinem Roman "Miss Bukarest" einen Kriminalfall zwischen Berlin und dem Bukarest der Securitate konstruiert. Der Autor fächert die Geschichte von Verrat und Misstrauen in drei Handlungsstränge auf. Ein Ex-Mitarbeiter des rumänischen Geheimdienstes verkauft seine Fähigkeiten als Privatdetektiv. Während er in Tempelhof mit einem Kriminalkommissar berühmte Ost-West-Schachspiele nachspielt, hat er das Gefühl, den Kalten Krieg nachzustellen. Weiter ist da ein Ex-Dissident, der sich in Deutschland mit poetischen Balkan-Essays einen Namen gemacht hat. Und dann tritt als dritter Ich-Erzähler der Sohn des Detektivs auf, der mit dem ganzen Wust aus alten Geheimnissen nichts mehr am Hut hat. Die verschachtelte Rahmenhandlung soll dem Roman offensichtlich einen Kick ins Reißerische geben, als befürchte der Autor, dass sich heute niemand mehr für die jüngste rumänische Geschichte interessiert.

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